Montag, 29. November 2010

2. Festschrift Gotteshütte (ohne) Bilder

Zur besseren Lesbarkeit die modifizierte Festschrift ohne die Originalbilder als Abschrift 2

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Festschrift zum 100 jährigen Jahresfest der "Gotteshütte"

Erziehungsheim in Kleinenbremen (Kreis Minden in Westfalen) am 2. August 1953

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet  ewiglich.
Psalm 106, 1
 
Gedenkstein 75 Jahre Rettungshaus Gotteshütte 1853 - 1928


"Unweit der großen Straße, die von Minden nach Rinteln führt, am Nordhang des waldbedeckten Wesergebirges, liegt das Erziehungsheim "Gotteshütte". Dort am äußersten Rande von Westfalen, dicht an der Grenze des Bückeburger Landes, führt es im Verborgenen und vielen unbekannt, sein Dasein."
Nun ist das Heim durch die bewahrende Güte unseres Gottes hundert Jahre alt geworden. Da können wir nicht anders, als einmal aus der Abgelegenheit und Stille an eine breite Öffentlichkeit hervortreten. Wir haben viel erfahren in den hinter uns liegenden Jahren und haben viel zu erzählen von frohem Leben und Wachsen, von ernsten Bedrängnisse und gnädiger Hilfe. Wir haben viel zu danken in der Gemeinde!

Dennoch wenden wir uns heute mit diesem Büchlein an die Christenheit in der Nähe und in der Ferne. Wir grüßen unsre Freunde und bitten: Nehmt Anteil an der dankbaren Freude, die uns beschert ist. Helft uns die Last tragen, die uns auferlegt ist mit Sorge für unsere vielen Kinder. Sie bedürfen unsrer Hilfe, ja sie müssen untergehen im Kampf ums Dasein, wenn wir nicht für sie einstehen in der Sorge, als das sind Essen, Trinken, Kleidung und Wohnung: aber mehr noch: wir müssen einstehen für die Not ihrer Seelen, in die sie doch ohne Schuld geraten sind. Vor allem aber bitten wir: Gedenkt unsrer auch in eurer Fürbitte. Laßt uns darin zusammenstehen in herzlicher Liebe und brüderlicher Treue. Er will uns dazu gebrauchen, dass diesen Kindern geholfen werde, und es ist seine Wille, daß nicht eins von ihnen verloren gehe.

Kleinenbremen, im Juni 1953
Pastor E. Glüer.



2. Aus der Geschichte der Gotteshütte


"Wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf, denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist."  Matth. 18, 5 u. 11.
Dies Bibelwort steht als Überschrift über dem Haupteingang des Heims und will alle, die da ein- und ausgehen, an den tiefsten Sinn unserer Heimerziehungsarbeit gemahnen .

Im Vertrauen auf die Hilfe unseres Herrn und Heilandes, der alles Verlorene sucht, wurde im Jahre 1853 ein "Rettungshaus" für Knaben gegründet. Auch in Kleinenbremen war Johann Hinrich Wicherns Ruf zur Sorge um die gefährdete und verwahrloste Jugend gehört worden. Fromme Männer, voran, Pfarrer G ö ß l i n g in Kleinenbremen, andere Pfarrer aus Nachbarorten und Bauern des Dorfes konnten sich dem Hilferuf nicht verschließen und riefen mit Rat und Tat das Werk der christlichen Liebe ins Leben. am 18.10.1953 wurde das Heim eingeweiht - ein kleines Grundstück mit ärmlichem Kotten - und erhielt von dem Jöllenbecker Pfarrer V o l k e n i n g den Namen "Gotteshütte".

Ja, es ist eine Hütte der Menschen mir all ihren Freuden und Leiden, mit allen Sünden, bei denen aber Gott mit Seiner Hilfe und Seiner Gnade wohnt, und darin alle - Groß und Klein - als Gotteskinder heranwachsen und arbeiten wollen.

Drei Knaben zogen damals mit dem ersten Hausvater Christoph Schäfer ein; in gut einem Jahr waren es 30. Das zeigt die Not schon der damaligen Jugend auf und die Notwendigkeit, eine solche Anstalt zu gründen. Die Festschrift vom 75. Jubelfest erzählt, daß mancher bei dieser Gründung den Kopf geschüttelt und ihr keine zwei Jahre Lebensdauer zugesagt hat:, doch ist es ganz anders gekommen.

Das Werk wuchs trotz schwerer Jahre mit viel Nöten innerer und äußerer Art. Die Leiter, Vorsitzenden, die Mitglieder des Vorstandes und Verwaltungsrates, Freunde des Hauses, die Mitarbeiter: sie alle haben bis auf den heutigen Tag oft kämpfen, ringen und opfern müssen und haben es im Sinne der Inneren Mission in hochherziger Weise getan. Der Mangel an Raum verbietet es, im einzelnen auf die vielen, treuen Mitarbeiter einzugehen. Erwähnt seien aber der nun schon lange heimgegangene Lehrer Kölsch, der 30 Jahre lang mit erzieherischer Begabung und Geschick an der Heimschule wirkte, so wie die Erzieherin O t t i l i e S e e g e r, die auch 30 Jahre viel Kraft und großen Fleiß für die Heimarbeit einsetzte. Doch es können hier nicht alle Namen genannt werden, denn wie Inspektor Klein in der Geschichte der Gotteshütte schreibt, war Wachsen und Gedeihen nicht Menschenwerk, sondern Gottes Gnade und Christi Liebe.

Um auch weibliche Zöglinge aufnehmen zu können, wurde 1887 ein neues Haus, das heutige Pestalozzi- oder Haupthaus gebaut und mit 20 Mädchen belegt. Pfarrer Strathmann sen. aus Kleinenbremen, später Schulrat Kindermann als Leiter sorgten und planten unter Opfer von Zeit und Kraft segensvoll für das Heim, während 25 Jahre lang Hausvater Kuhlmann in großem Arbeitseifer und steter Treue in der Gotteshütte wirkte. Neben äußeren Nöten wie dem Brand einer neuen Scheune gab es um die Jahrhundertwende große Sorgen um den Bestand des Heims. Die Zahl der Kinder ging erschreckend herunter, bis das Fürsorgegesetz von 1900 der Gotteshütte Fürsorgezöglinge zuführte, in erster Linie aus Westfalen, aber auch aus Hessen und Schaumburg Lippe. Nun konnte und mußte wieder an- und aufgebaut werden.

In diesen arbeitsreichen Jahren waren die Hauseltern Klein die tragende Kraft des Heims. Über 30 Jahre hat Inspektor Klein mit großem pädagogischen Verständnis und tatkräftigen Einsatz das Haus geleitet. Knaben- und Schulhaus erstanden in den folgenden Jahren. Nicht nur die Kinder brauchten Schlaf- und Aufenthaltsräume, auch Küche, Keller, Waschküchen und Trockenräume mußten gebaut und vergrößert werden. Mit viel Eifer und Hilfe der großen Jungen wurde am Bergeshang ein Schwimmbecken gebaut. Noch heute ist es in heißen Sommertagen der Platz weithin hörbaren Jubels. Die Landwirtschaft dehnte sich aus, 2 stolze Pferde wurden unser Eigentum, der ans Grundstück grenzende Boekesche Hof wurde erworben. Ein Erbe des Hofes, unser treuer alter Boekenvater hat fast 4 Jahrzehnte in unermüdlichem Fleiß dem Heim gedient, auch im Ruhestand an Freud und Leid des Hauses teilgenommen.

Den 100. Geburtstag der Gotteshütte durfte er leider nicht mehr mitfeiern, wir geleiteten ihn im letzten Winter zur ewigen Ruhe.

In den letzten Jahren vor dem 1. Weltkrieg ging die Heimarbeit verhältnismäßig ruhig weiter mit 130 - 140 Jungen und Mädchen. Der Krieg brachte naturgemäß erhebliche Veränderungen und gewaltige Schwierigkeiten mit sich. Heute - Jahre nach dem 2. Weltkrieg - liegt das alles weit hinter uns und verliert an Bedeutung. Aber noch mehr wie im 2. Weltkrieg gab es für die in der Heimat gebliebenen Erzieher ein Übermaß an Arbeit, ein höchstes Sparen und zuletzt doch Frieren und Hungern der Kinder wie der Erwachsenen. Damals wuchs die Belegziffer beängstigend, bis auf 200. Unser langjähriger, so treu schaffender und heute im Ruhestand noch mittragender Mitarbeiter Wilhelm Nolte, kann sehr anschaulich von all den damaligen Sorgen erzählen, von klappernden Kindern in Papieranzügen, vom Steckrübenkampf u. ä. Wer wirklicher Erzieher ist, dem blutet  das Herz, wie einer Mutter beim Anblick der Kindernot. Aber gerade an dieser Stelle sagt die Festschrift: "Als die Not aufs höchste gestiegen war, war Gottes Hilfe am nächsten." Freundliche Gaben aus der Umgebung, und vor allem aus Amerika erfreuten und stärkten. Nach der Inflation besserten sich die Verhältnisse langsam.

Wie in einer Familiengeschichte, wie in der großen Weltgeschichte ein ständiges Auf und Ab die Menschen an ihre Unzulänglichkeit, darüber an Gottes Allmacht und Walten gemahnt, so mußte auch die Gotteshütte in den Jahren zwischen den beiden Kriegen noch durch manchen Tiefstand. Die Vorsitzenden in den Kriegs- und Nachkriegsjahren - Pfr. Siebold aus Schweicheln und als Nachfolger Pfr. M. Strathmann, Kleinenbremen - hatten keine leichte Aufgabe und mußten Mühe, Überlegung und Kraft aufwenden, um das Erbe der Väter aufrecht zu erhalten. Zu geringe Belegung des Heims ließ den Vorstand versuchen, das Fortbestehen des Heims zu sichern: durch Errichtung einer Haushaltungsschule für Kriegswaisen, einer Taubstummenabteilung, Anlegung eines Hühnerhofs, und  einer Fremdenpension im Harrl, Verkauf der landwirtschaftlichen Produkte, sogar durch zeitweise Aufhebung der Heimschule. Wenn diese Maßnahmen auch nicht grundlegend halfen, so konnte das Heim doch wieder erstarken, vor allem durch größere Kredite der Stadtsparkasse Bückeburg und später durch ein großzügige finanzielle Hilfe des Herrn Landeshauptmanns in Münster. Die Gotteshütte braucht ihre Tore nicht zu schließen.

Das Schiff durch Sturm und Wellen in echtem Gottvertrauen und mit weiser Führung gelenkt zu haben, ist in besonderer Weise das Verdienst vom Pfarrer Hermann Heidkämper aus Bückeburg, erst Schatzmeister, dann lange Jahre bis ins hohe Alter Vorsitzender der Gotteshütte. Anfang 1933 wurde die Leitung des Heims in die Hände einer Diakonisse vom Henriettenstift Hannover gelegt. Schwester Mathilde Mirow stellte ihre ganze körperliche und seelische Kraft, dazu ihre reiche Berufserfahrung in den Dienst an den Kindern, gedrungen durch die Liebe zu Christus, der das Verlorene sucht. Aber gerade dieser tiefste Beweggrund zu Arbeit in der Innerern Mission ließ für uns wie für viele andere konfessionelle Heime nach 1933 bittere Enttäuschungen und Anfeindungen erwachsen. Fast schien die gesamte Arbeit zu Ende, da brach der zweite große Krieg aus. Die Gotteshütte im Osten der Provinz und auf dem Lande  weniger gefährdet als andere Heime, wurde schnell wieder stärker belegt. Die Existenz des Werkes war gerettet, aber wieder kamen die bangen Nöte um Ernährung, Bekleidung, Heizung u. a. m. Dazu die unruhigen Nächte! Im letzten Kriegsjahr ging's doch fast jede Nacht mit allem - Groß und Klein - in den Keller, oft mehrmals. Das bitter-ernste Kellerleben entbehrte nicht mancher Komik: vergessene Schnarcher in irgendeinem Winkel des Luftschutzkellers, überschlafene Sirenen, Nachtwachen mit hitzigen Brettspiel-Schlachten.

Kurz vor dem Kriege war die Belegung des Heims vom Landesjugendamt Münster neu geregelt worden: Dir großen Jungen zogen schweren Herzens westwärts; kleines Kindervolk zog dafür mit Lachen und Weinen ein. Die Gotteshütte nimmt seitdem ein gut Teil Kleinkinder auf, und zwar Mädchen, dazu Jungen bis zu etwa 10 Jahren und Mädchen bis 19 bezw. 21 Jahren. Die vorschulpflichtigen Kinder bringen gewiß viel Freude ins Haus, machen aber auch erheblich mehr Arbeit, besonders in Kriegszeiten.

Trotz Alarm und Tieffliegern mußte der Tageslauf innegehalten werden, mußten die Kinder zur Schule gehen und beschäftigt werden Für die Mithilfe bei den Kleinen und in der Landwirtschaft konnten wir unsere schulentlassenen Mädchen heranziehen. Das ehemalige Lehrerhaus wurde für sie als "Fliednerhaus" 
eingerichtet, im Kriege wahrlich keine Beginnen ohne Kopfzerbrechen.

Zum 90. Jahresfest erhielten die alten Häuser neue Namen, zu Ehren großer Erzieher: Das Knabenhaus wurde  ein "Fröbelhaus", das Mädchenhaus zum "Wichernhaus" und das Haupthaus das "Pestalozzihaus".

Die Erzieherschaft schmolz im Kriege zusammen, war dafür aber ziemlich beständig. Notzeiten schließen enger zusammen.

Ein Wort des ehrenden Gedenkens sei unsern beiden Mitarbeitern: Bruder Siemens und Schneider Schewe gewidmet, die nach jahrelanger treuer Arbeit im Heim zum Heeresdienst eingezogen wurden und beide draußen ihr Leben für das Vaterland hingaben.

Im sonnigen Frühjahr 1945 kam und der Krieg bis auf den Hof gerückt; es gab bange Stunden, viele Tage die ganze Belegschaft einschließlich einer Reihe Flüchtlinge in den Kellerräumen lebend. Das Wichernhaus wurde vorübergehend ein Lazarett. Am 7. April 1945 zogen die Amerikaner kämpfend in unser Dorf ein. In diesen tagen wie in den ganzen Kriegsjahren wurde die Gotteshütte samt allen Insassen in wunderbarer Weise behütet, wurde allen die nötige Kraft und Ruhe geschenkt. Wir konnten und können immer wieder aus tiefstem Herzen danken und lobsingen dem Gott, der alle Wunder tut.
"Größer als der Helfer ist die Not ja nicht!"

Langsam trat Ruhe nach dem Sturm ein; die Besatzungstruppen zeigten Verständnis für unsere Arbeit, wir  blieben bis auf kurzfristige Besetzung des Fliednerhauses von Requisitionen verschont. Die Heimschule durfte -  wenn auch in beschränktem Rahmen - gleich wieder den Unterricht aufnehmen. Einigen ausgebombten Schwestern und Alten durfte das Heim eine Zuflucht und trotzt des Kindertrubels eine geliebte Heimstätte werden. Großen Kummer und tiefe Trauer brachte uns der Unglücksfall von 2 kleinen Schuljungen, die bei Spielen mit Handgranaten im Wald tödlich verletzt wurden, Opfer des entsetzlichen Krieges! Doch müssen wir wiederum viel Dank sagen, daß  wir ca. 6 Jahre, in denen die ärztliche Betreuung im Heim immer seltener wurde, von wesentlichen Krankheitsfällen und Epidemien verschont blieben. Nur gelegentliche Fahrten zum Arzt und Krankenhaus nach Bückeburg, Minden, sogar bis Oeynhausen wurden - oft bei Alarm - durchgeführt. Die Durchführung der Transporte und die notwendigste Instandhaltung der Gebäude, die Beschaffung von Lebensmitteln, Kleidung, Bettwäsche und Möbeln blieben äußerst schwierig und zeitraubend bis zur Währungsreform. Wir hatten ja nichts zum "Kompensieren". 3 Paar köstliche Schuhbänder für die Kinder für 1 Raucherkarte, welch große Eroberung! Wer sollte der glückliche Empfänger sein? Dann kam das glänzend-neue Geld in wohlgeordneten Päckchen, für den umfangreichen Betrieb jedoch recht spärlich, und es ging uns wie  jeder kleinen Familie: alles gabs, aber die plötzliche Armut zwang zu strengster Sparsamkeit, Überlegung und Berechnung. Und doch konnte allmählich manches gebaut, verbessert, ersetzt werden. So wurde die uns im Kriege zwangsweise auf unser Grundstück gebaute Baracke zum "Oberlinhaus" für 20 Schulmädchen und zu kleinen Wohnungen für einige Flüchtlingsfamilien eingerichtet.

Neue Kessel für Küche und Waschküche, ein zweiter Heizungskessel waren Großanschaffungen neben vielen kleinen. Die neuangelegte Kanalisation, die Neustellung vieler Räume, Anschaffung von Betten und Matratzen verschlangen jährlich große Summen. 1952 wurde der dringend notwendige und lange geplante Bau einer neuen und größeren Scheune begonnen und vollendet, wenn auch unter mancherlei Schwierigkeiten.

Der Mitarbeiterkreis hat sich nach dem Kriege wieder erweitert, ein alter Stamm blieb, dazu kamen neue, auch viele jüngere Kräfte. Das bedeutet eine Neubelebung in der Erziehung, erfordert aber durch den häufigeren Wechsel von beiden Seiten der Kinder wie der Erzieherinnen den Willen zum Umstellen, Einarbeiten und Einfühlen.

Wegen seines Alters und aus Gesundheitsrücksichten trat Pastor Heidkämper als Vorsitzender zurück, blieb aber bis zu seinem Tode 1949 Ehrenmitglied des Vorstandes. Seinen 80. Geburtstag konnten wir in der Gotteshütte feierlich begehen und an diesem Tage ihm Dank sagen für seine langjährige, verständnisvolle und hingebende Arbeit an diesem Erziehungswerk. Für einige Jahre - während seines Aufenthaltes in Minden - übernahm der Bischof von Schlesien - D. Zänker, in dankenswerter Weise diese aufopferungsvolle Arbeit. Nach seinem Fortgang erklärte sich der Ortspfarrer von Dankersen, Pastor Glüer , bereit, das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen und ihm neben seiner Gemeindearbeit Kraft und Zeit in großer Einsatzbereitschaft zu widmen.

So reihte sich Jahr an Jahr. Im Laufe der 100 Jahre sind rund 3500 Kinder und Jugendliche für kurze oder längere Zeit Einwohner der Gotteshütte gewesen. Zahlen sind kalt, aber dahinter steht warmes Leben, oft allzu stürmisches  Leben, das den Erziehern viele Freude, viel Kummer,  manch kleinen Erfolg und auch manch große Enttäuschung gebracht hat.

Die Erziehungsarbeit erstreckt sich jetzt auf durchschnittlich 180 bis 190 Schützlinge im Heim, davon rd. 40-50 vorschulpflichtige Jungen und Mädchen, 100-120 Schulkinder und 30-35 schulentlassene Mädchen. Etwa 130 Kinder sind in Pflege- und Arbeitsstellen untergebracht. Betreut werden vor allem Fürsorgezöglinge von Westfalen, gelegentlich solche aus Schaumburg-Lippe und Lippe-Detmold, Jugendamtschützlinge und vorübergehend Privatkinder. Neu ist seit einigen Jahren die gesetzlich noch nicht einheitlich geregelte "Freiwillige Erziehungshilfe", deren Durchführung wie die Fürsorgeerziehung dem Landesjugendamt obliegt. Sie wird nicht durch vormundschaftsgerichtliche Maßnahmen angeordnet, sondern im Einvernehmen mit den Eltern der Kinder bzw. dem Inhaber des Personensorgerechts in die Wege geleitet.

An dieser Stelle möchten wir großen Dank unserer Fürsorgeerziehungs-Behörde, deren Landesjugendamt Münster, das uns während der langen Jahre des Zusammenarbeitens stetes Wohlwollen und Verständnis zeigte und oftmalige Hilfe zuteil werden ließ.

In der Heimschule werden die Schulkinder in 4 Klassen von 3 Lehrerinnen im Rahmen des normalen Volksschulplanes unterrichtet; die Aufsicht hat der Schulrat des Kreises Minden-Land. Die schulentlassenen Mädchen erhalten Berufsschulunterricht im Heim. Seit 1946 betreut der praktische Arzt des Dorfes das Heim in gewissenhafter und einsatzbereiter Weise; regelmäßige Reihenuntersuchungen durch ihn und ebenso den Zahnarzt von Kleinenbremen gewähren eine Übersicht über den Gesundheitszustand und die etwa erforderliche Behandlung der Kinder.

Bleibt auch noch mancher Wunsch für innere und äußere Dinge des Heimlebens übrig, so wollen wir doch alle fröhlich und tief dankbar sein für die bisherige Führung durch die 100 Jahre des Bestehens der Gotteshütte. Mit wahrem Gottvertrauen legen wir die Zukunft dieses Werkes der Inneren Mission in die Hände des Allwaltenden. Die Jahreslosung 1953 sie auch die Losung der Gotteshütte für das zweite Jahrhundert:
"Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat." Hebr. 10, 35.


3. Erziehungsarbeit im Heim


Nach dem Gesetz hat jedes Kind ein Recht auf Erziehung, deren Ausübung naturgemäß Plicht der Eltern ist. Erziehung ist nach Fröbel die Gärtnerarbeit an den jungen, zarten Menschenpflanzen, das Hegen, Pflegen, Stützen und Beschneiden: eine edle anerkennenswerte Aufgabe. Dieselbe hohe Aufgabe hat sich ein Heim in Vertretung der Eltern oder anderer Erziehunsberechtigten gestellt. Das Heim will Kindern und Jugendlichen zu ihrem Recht verhelfen, will retten, wo junge Menschenpflanzen drohen verlorenzugehen. So nannten die Heime sich zunächst "Rettungshäuser". Der gute Name wurde altmodisch, das folgende Wort "Erziehungsheim" hat aber leider und ungerechterweise einen bitteren Beigeschmack bekommen. Vor allem den Heimkindern und ihren Angehörigen klingt daraus etwas von Strafe und Zwang. Dabei will das Heim doch nur Gärtnerarbeit verrichten. Ebenso ist es mit dem Wort "Fürsorgeerziehung", dessen Makel in aller Öffentlichkeit kaum noch zu beseitigen ist. "Sorgen für" einen Mitmenschen, für sein körperliches, geistiges und seelisches Wachstum ist wohl fraglos ein hohes, erstrebenswertes Ziel. Möchten doch alle: die im Heim erzogen werden, die erziehen, die ein Heim besuchen oder besichtigen, die Minderjährige der Heimerziehung überweisen oder ins Heim bringen und alle Leser dieser Festschrift die Heimerziehungsarbeit unter diesen Gesichtspunkten und ohne Vorurteil betrachten.

Welche Kinder kommen ins Heim? Wir sprechen von objektiver und subjektiver Verwahrlosung bzw. drohender Verwahrlosung. Zu allen Zeiten, besonders aber nach langjährigen und wie den letzten zutiefst zerstörenden Kriegen gab es Kinder, denen die natürliche Familiengemeinschaft von Vater, Mutter , vielleicht auch Geschwistern fehlt: durch Tod eines Elternteils, fehlende oder unzureichende Wohnungsmöglichkeit, durch Getrenntleben oder sogar Scheidung der Eltern. Die vielen unehelichen Kinder haben keinen Vater, sondern nur einen Erzeuger; so fällt die väterliche Erziehung fort, die mütterliche ist durch die Arbeit der Mutter meist eingeschränkt. Und viele andere Gründe, die nicht angeführt werden sollen, tragen mit oder ohne Schuld der verantwortlichen Mitmenschen zur Zerstörung der Familie bei. Zunächst wird man versuchen, das Kind aus solcher gefährdenden Umwelt in einer anderen intakten Familie der Verwandschaft, Nachbarschaft oder als Pflegekind in fremder Familie unterzubringen. Oft fehlt aber eine entsprechend geeignete Stellek oder die bereits eingetretene Verwahrlosung des Jugendlichen macht Schwierigkeiten. Dann bleibt fürs erste nur Heimunterbringung. Ein anderes Beispiel, wie es hier im Heim während des Krieges geschah: eine Mutter brachte ihr Kleinkind zum vorübergehenden Aufenthalt ins Heim, weil sie - nach anschaulicher Darstellung - für Beerdigung der durch Bomben umgekommenen Angehörigen sorgen mußte. Sie holte ihr Kind nicht wieder ab: die angeführten Gründe erwiesen sich restlos als Lüge, die Mutter wollte ihr Kind los sein.  Armes Kind! Aber doch nicht arm, weil es ins Heim kam, sondern weil es eine so verantwortungslose und unnatürliche Mutter hatte. Bei der subjektiven Verwahrlosung handelt es sich meist um ältere Schulkinder und Jugendliche, die durch ungünstige Anlagen, schlechte Beeinflussung, oft Kriegs- und fluchtbedingte Erziehungsmängel erhebliche Schwierigkeiten machen, ihre Mitwelt gefährden oder schon mit dem Gesetz  in Konflikt gekommen sind.

Die Einweisung ins Heim soll aber keineswegs eine Strafe bedeuten, sondern die Erziehung im Heim soll ihnen den Weg weisen, ordentliche Menschen und nützliche Glieder der Gemeinschaft zu werden und als solche in die Familie und das freie Leben zurückzukehren. Entsprechend den verschiedenen Gründen der Heimunterbringung werden die Minderjährigen auf Grund der Fürsorgepflichtverordnung von den zuständigen Jugendämtern oder nach Gerichtsbeschluß zur Fürsorgeerziehung (§ 63 RJWG) vom Landesjugendamt oder im Wege der Freiwilligen Erziehungshilfe, ebenfalls vom Landesjugendamt eingewiesen. Diese letztere neuere Maßnahme will bei den Sorgeberechtigten Verständnis wecken und Einwilligung erreichen und dadurch den Charakter des Zwanges vermeiden. Das gelingt noch nicht immer, bringt auch für das Heim mancherlei Schwierigkeiten mit sich, z. B. durch das Zusammenleben mit den anderen FE-Zöglingen und dem vermehrten Wechsel der Kinder. Es ist jedoch zu hoffen, daß diese Neugestaltung sich mit der Zeit noch besser regelt und in weiteren Kreisen Einsicht und Verstehen erreicht.

Was ist das Ziel unserer Heimerziehung? Zunächst wollen wir den Kindern die fehlende Familienerziehung möglichst natürlich ersetzen. Dabei darf man nicht vergessen, daß es nirgends vollwertigen "Ersatz" gibt, auch nicht in der Pädagogik. Aber wir bemühen uns, den kleinen und großen Menschen ein zuhause zu schaffen, indem sie behütet, gepflegt und geleitet zu tüchtigen Persönlichkeiten heranwachsen, die später selbständig im Leben stehen, ihren Lebensunterhalt verdienen können, und die gestärkt dem äußeren besonders aber den inneren Gefahren des Lebens gewachsen sind. So sollen lernen, ihre oft schwierigen Anlagen und Neigungen zu bekämpfen und beherrschen, wie es jeder Mensch muß. Sie sollen aber auch wissen, daß sie mit all ihren äußeren und inneren Nöten nicht allein stehen, sondern im Heim helfende Hände und zu ihrem besten ratende, mitfühlende Seelen finden. Wir wünschen so herzlich, daß diese Kinder einmal aufrechte Menschen und Träger gesunder Familien werden. Das alles ist aber nicht das letzte Ziel, sondern als Erzieher im christlichen  Heim ist uns unsere Aufgabe von Gott gestellt; wir wollen nur Arbeiter in Gottes Weinberg sein. Joh. Hinr. Wichern, der Vater der Inneren Mission und Begründer des "Rauhen Hauses", des  ersten Erziehungsheims, hat das Ziel der evangelischen Erziehung in den folgenden Worten klar ausgesprochen:
"Jesus Christus ist der lebendige Mittelpunkt unserer Arbeit, und das höchste Ziel bleibt, durch alles die Gemüter unserer kinder zu diesem Retter aus Schuld und Sünde hinzuführen."
Drum wollen wir uns alle mit unserer Arbeit, Kinder und Erwachsene, als verloren Sünder und doch begnadeter Gotteskinder unserem Heiland anvertrauen.

Fragt uns jemand nach den Wegen zu den angeführten Zielen, so lassen sie sich schwer aufzählen. Das neu angekommene Kind wird in eine Gruppe versetzt. Das Einleben und Eingewöhnen geht meist verhlältnismäig leicht, bei solchen, die schon aus dem Aufnahmeheim kommen, natürlich schneller. Unsere Kinder sind in fünf Häusern, nach Alter und Geschlecht getrennt, untergebracht. Sie werden dort wieder in kleinere Gruppen von 10 - 20 Jungen oder Mädchen unterteilt. Diese Aufteilung ist zwar nicht familienmäßig, aber in unserm Heim mit eigener Schule als am praktischsten erkannt. Bei Spielen draußen, bei der Andacht oder Feiern kommen gelegentlich alle Kinder zusammen. Da staunen oft Außenstehende über Ruhe und Disziplin; das ist kein Drill, sondern einfache Gewöhnung. Selbstverständlich muß auch öfters ein energisches, gehorsamheischendes Wort fallen. Absolute Ordnung muß gefordert werden, nicht nur, weil es ohne solche im Heim bald drüber und drunter gehen würde, sondern weil äußere Ordnung im Leben des Kindes erste Voraussetzung für die notwendige innere Ordnung des erwachsenen Menschen ist. Konsequenz, auch in kleinsten Erziehungsfragen ist Bedingung, denn gerade daran hat es oft in der früheren Umgebung der Jugendlichen gefehlt. Daneben gibt es für jedes Kind besondere Erziehungsmöglichkeiten: bei dem einen versucht man, durch Ansporn, Übertragung kleiner Ämter und Aufgaben das noch wenig entwickelte oder sogar verletzte Selbstvertrauen zu wecken und zu heben; bei einem anderen gilt es, das überbetonte Sebstbewußtsein, vielleicht Überheblichkeit und Selbstsucht durch Unterordnung und Einfügung in die Gruppe, durch Mithile bei den Kleineren zu dämpfen und in rechte Bahnen zu leiten. Der Tagesablauf im Heim mit Schule und Arbeit, mit Spiel und Beschäftigung bietet dazu verschiedene Möglichkeiten. Lob und Tadel, Belohnung und Strafe, haben gerade wie in der elterlichen Erziehung ihre Wirkung. Teilnahme an einer kleinen Feier, Wanderung, einem Lichtbildernachmittag oder Singeabend, bzw. auch einmal - wenn nötig - Ausschluß davon, sind oft recht wirksame Erziehungshilfen. Die schulentlassenen Mädchen erhalten wöchentlich ein bescheidenes Taschengeld als Prämie für gute Führung und Fleiß. Wie begehrt ist dieses Geld für die Erfüllung eines besonderen Wunsches: Kauf einer Handarbeit, ein Kino- oder Theaterbesuch in Dorf oder Stadt! Wir wollen unsre Kinder nicht von der Außenwelt abschließen, sondern nach Möglichkeit sich im öffentlichen Leben bewähren lassen. So schicken wir ständig zuverlässig erscheinende Kinder zu Besorgungen und Bestellungen nach Kleinenbremen oder Bückeburg und können ehrlich sagen, daß wir dabei nur selten Enttäuschungen erleben.

Alle dieser Wege der Erziehung sind nur menschliche Hilfestellung. Gemäß dem höheren Ziel des Christen bleibt uns nur die Möglichkeit, unsere Kinder fürbittend in Gottes Obhut zu stellen, sie durch Verkündigung zum Heiland zu führen. Darum das viele fröhliche Singen, die Morgen- und Abendgebete, die gemeinsamen Andachten! Die größeren Kinder besuchen den Gottesdienst im Dorf, die kleineren haben im Heim Kindergottesdienst. Gelegentlich findet im Rahmen

Wenn ein kleines oder schulpflichtiges Kind keine allzu großen Schwierigkeiten macht, körperlich gesund und den schulischen Anforderungen einigermaßen gewachsen ist, vermitteln wir es in eine Familienpflegestelle. Selbstverständlich wird die Familie vorher besucht, um sie kennenzulernen und die gegenseitige Anpassungswahrscheinlichkeit zu prüfen. Das ist nicht immer ganz leicht. Wir erleben jedoch in den z. Z. etwa 60 Pflegestellen viel Freude. Durchweg wachsen die Kleinen dort wie in einer eigenen Familie auf, passen sich  dem freien Leben besser an und behalten sehr oft an dem pflegeelterlichen Heim auch später ein Zuhause. Die großen Mädchen werden nach der Schulentlassung meist erst im Heim ein halbes bis ein Jahr hauswirtschaftlich angelernt und dann auf Dienstvertrag in ein Arbeitsverhältnis zum Bauern oder in einen Haushalt gegeben. Sie verdienen entsprechend ihren Leistungen Tariflohn, den sie allerdings nicht restlos zur eigenen Verfügung erhalten, sondern nur einen Teil als Taschengeld. Der Lohn wird im Einverständnis mit dem Dienstgeber zu Anschaffungen verwendet, vom Heim abgerechnet und die Ersparnisse für jedes Mädchen auf ein eigenes Sparkonto eingezahlt. Alle Pflege und Dienststellen, letztere auch etwa 60 - 70,  werden halbjährlich von der Heimfürsorgerin besucht. Die Kinder selbst kommen je nach Entfernung öfter oder seltener am Sonntag zu Besuch ins Heim. Die auswärtigen Schützlinge unterstehen außerdem der Betreuung durch die örtlichen Jugendämter. Die Indienstgabe eines Mädchens ist ein sehr zu überlegendes Problem und führt trotzdem leider häufig zu Mißerfolgen, zu Rückführungen ins Heim. Wir können auch bei vollen Verständnis für Freiheitsdrang, Sehnsucht nach Abwechslung und Vergnügen nicht dulden, daß die Mädchen allzu selbständig ausgehen und schlecht beleumdete Freundschaften schließen; dazu sind die Gefahren, gerade für 15 - 20jährige Mädchen, heute zu groß. So bleibt dieser Teil der Heimarbeit wohl immer der aufreibendste.

Die Arbeit im Heim selbst birgt auch vielerlei Nöte in sich. Die große Masse, auch wenn in Gruppen unterteilt, ist für manches nervöse, schüchterne oder leicht reizbare Kind eine starke Belastung, für die betreffenden Erzieher gleichfalls. Die stete Aufsicht macht die Kinder manchmal unselbständig, auf der Straße z. B. unvorsichtig. Auch die beste und einsatzbereiteste Erzieherin kann nicht so individuell auf jedes Kind eingehen, wie es eine Mutter kann. Da wird vielleicht der "Ersatz" am deutlichsten spürbar. Dem gegenüber steht die leichtere und unmerkliche Gewöhnung an Zucht, Pünktlichkeit und Ordnung in der Gemeinschaft, an Arbeitslust durch das Beispiel der anderen. Die Heimschule kann durch geringere Klassenschülerzahl, größere  Wendigkeit im Schulplan gegenüber dem fester gezeichneten Rahmen der öffentlichen Volksschule, durch Überwachung von Hausaufgaben, vor allem aber durch näheres Kennenlernen von Lehrerin und Schülern und dem daraus entspringenden Vertrauensverhältnis die Kinder eher fördern und häufig Schulversäumnisse aufholen. Wie manches in der öffentlich Schule zurückgestoßenes, unwilliges  Kind konnte in der Heimschule sein Selbstvertrauen zurückgewinnen und bald bessere Leistungen aufweisen. Minderbegabte Kinder werden, je nach Bedarf, in Förderklassen zusammengefaßt oder auf Rat des Psychiaters in ein Heim mit Hilfsschul- oder Heilerziehungsabteilung  verlegt. Nach Möglichkeit wollen wir jedem Kind mit seinen Anlagen und Gaben gerecht werden.

Wir wollen aber durchaus nicht vergessen, daß auch Erzieherinnen Menschen sind, mit Schwächen und Fehlern, mit Nerven und Stimmungen. Gibt es grundsätzlich heute genügend Arbeitskräfte, an willigen und fähigen Mitarbeitern für ein Heim ist leider oft Mangel, was wiederum zur weiteren Belastung der Heimerzieherinnen führt. Wir wollen uns aber nicht entschuldigen, sondern vor Gott stehen wir neben unsern Kindern, wie es beim hl. Abendmahl zum Ausdruck kommt, und bitten um Vergebung und Kraft zum schweren Werk. Wir können darum auch nicht um des Erfolges willen schaffen; der Erfolg ist gerade in dieser Arbeit oft abzuwarten oder etwa statistisch zu erfassen. Wir säen Hoffnung.

Ein Wiedersehen oder Besuch von ehemaligen Schützlingen des Heims, die, wie es manchmal geschieht, Gatten und Kinder mitbringen, um ihnen den Ort der Kindheit zu zeigen, an den sie sich gern erinnern, oder die Anfrage eines entlassenen Kindes, ob es nochmal zum Jahresfest kommen, seinen Urlaub im Heim verleben darf, das sind schon Freuden und Aufmunterung zur weiteren Arbeit für langjährige Heimleute.

Kummer macht uns häufig das mangelnde Verständnis der Öffentlichkeit, die Ansicht - auch bei Behörden - , als wollten wir mit aller Gewalt Kinder ins Heim holen bzw. sie darin behalten, ihnen nicht die genügende Freiheit als Individuum gewähren. Im Gegenteil: wir freuen uns jedesmal und wünschen ein langes Aushalten, wenn ein Kind für Familienpflege oder Dienststelle ausgesteuert wird und fröhlich - begreiflicherweise auch oft ängstlich - davon zieht.

Was die besonderen Nachteile und Vorzüge der Gotteshüte anbetrifft, so ist das Heim 100 Jahre alt, infolgedessen oftmals verbessert, verändert, an- und umgebaut, wie die Geschichte der Gotteshütte berichtet. So kann es nicht  überall modern aussehen mit neuzeitlichen Möbeln, kleinen Schlafräumen und Einzelzimmern für die größeren Mädchen, mit unzähligen Waschbecken unter fließendem Wasser und ähnlichem mehr. Aber ist in einer guten Familie bei den heute so engen Wohnverhältnissen alles ideal, so fortschrittlich, hygienisch einwandfrei. Wohl kaum! Sollen wir unsere Kinder nicht zur Sparsamkeit. praktischem Einrichten erziehen und zu der Einsicht, daß unser Leben höhere Werte hat als Geld und Gut? Ein Vorzug unserer Gotteshütte ist die herrliche Lage am Wesergebirge, desgl. die Verbindkung mit dem Land, Versorgung durch die eigene Landwirtschaft, viel Platz und frische Luft in Hof und Garten, im nahen Wald. Und daß die Gotteshütte 100 Jahre alt ist, darauf sind wir stolz.

Möchten alle freunde des Hauses diese Arbeit der Inneren Mission fürbittend und helfend unterstützen!


4. Der Tagesablauf im Heim


Vom Frühjahr an sind die gefiederten Sänger im Garten und den Bäumen des Hofes, der Kuckuck im Weserwald die ersten Wecker. Aber ebenso sind die 2 - 3jährigen Jungen im "Fröbelhaus", und auf der "Kleinen Station" die jüngsten Mädchen, bei Tagesanbruch schnell lebendig, nicht immer zur Freude der Erzieherinnen, denn rasch ist im Schlafsaal ein Gesumm wie im Bienenhaus. Inzwischen hat in der Küche schon die Arbeit begonnen; der große Kessel mit Milchsuppe für alle Kinder muß in Gang kommen; und wo täglich 900 Brotschnitten gestrichen werden, muß die Brotmaschine schon beizeiten ihr Werk beginnen. Da auch Kühe Frühaufsteher sind, müssen die jeweiligen Stallmädchen  pünktlich aus dem Bett, im Winter die Heizungsleute dazu. So hört man auf dem Hof bald das Klappern der Milcheimer, der  Aschentonnen und die ersten Schwätzchen. Auch in den anderen Häusern regt sich's. Eine Gruppe hat vielleicht "Bettenbeziehen" und schleppt schon Decken und Matratzen auf Balkon oder Hof. Ist etwa gerade Kartoffelernte, stampfen schon Liese und Lotte - unser stolzes Pferdegespann - mit den Hufen, und flink fährt der Wagen mit singenden Mädchen aufs Feld. Überall helfen große und kleine emsige Hände beim Tischdecken und Essen-Austeilen. Punkt 1/2 8 Uhr wird die große Glocke zum ersten Mal geläutet, ein Amt, zu dem sich jedes Kind drängt. Ein frisches Morgenlied, für die größeren Kinder wie die Erwachsenen eine kurze Morgenandacht stellt alle für den neuen Tag unter Gottes Wort und seinen Schutz. Dann wird fleißig gelöffelt. Zucht und Ordnung müssen sein, in der großen Gemeinschaft wie in jeder Familie; wer ein willensstarker Mensch werden will, muß es früh üben. So soll jeder Teller säuberlich leer werden, gelegentlich auch mal mühsam unter Tränen. Die schulentlassenen  Mädchen verteilen sich dann auf die verschiedenen Stationen. Da hat's die Küche schon wieder entsetzlich eilig mit der Kocherei; es ist keine leichte Aufgabe, für über 200 Menschen jede Mahlzeit gut und pünktlich auf dem Tisch zu haben. Die Landmädchen wandern mit ihren Geräten in den Garten oder aufs Feld, und mancher Schweißtropfen düngt dabei die fruchtbare rote Erde. In der Waschküche wartet schon die Arbeit, hat das Heim doch jede Woche große Wäsche. Ein Glück, wenn die Sonne lacht, und die Waschküchenmädchen können auch lachend ihre großen Körbe auf Bleiche bringen, statt mühevoll auf die Trockenböden; an vielen Tagen muß stundenlang fleißig geplättet werden - wer wollte sonst wohl nächste Woche ohne Kleid oder Hemd gehen? In allen Häusern kommen Besen, Wischeimer, Schrubber und Scheuerbürsten in Bewegung, manchmal fließen wirklich kleine Weserflüsse daher. Der Eifer ist vielfach groß, der Gründlichkeit und muß durch Erklärung, Aufsicht, machmal auch ein energisches Wort oder Wiederholung der Arbeit nachgeholfen werden. Bei allen Kindergruppen gibt's Bettenbauen, kleine Wäschen, reichlich zu nähen und zu stopfen, denn die vielen Kinderbeine zerreißen schon was. Dafür können die Großen mit den Kleinen spielen, sie beschäftigen, was für heranwachsende Mädchen naturgemäß die liebste Arbeit ist. Im Haupthaus wartet der Aufwasch, gleich so an die 100 Teller oder Becher - da kriegt man Übung -, immer soll ein großer Kessel heißes Wasser liefern, also Kohlen ran und stochern! Und nicht zu vergessen die vielen Hände in der Nähstube!

Da rattern 7 Nähmaschinen, trotzdem verschwindet der Berg auszubessernder Wäsche und Kleidung nie ganz. Alle Fliednerhausmädchen sitzen einige Wochen in der Nähstube still und lernen vom einfachsten Stich an alle Näharbeit. So manche seufzt über Knopflöchern und Flicken. Wer geschickter ist, darf bei den neuen Sachen helfen; immer sind umfangreiche Bestellungen da: für ein Gruppe neue Schulschürzen, für andere Sonntagskleider, dann wieder Ausstattungen für Pflegekinder - da reißt der Faden der Arbeit eben nie ab!

Um 8. 15 Uhr hat's aber schon wieder geläutet, zur Schule diesmal. Mit ihren Schulranzen und -taschen tritt die Garde der verschiedenen Jahrgänge an.

Da stehen die i-Männchen, noch etwas hampelig, aber übereifrig; einer muß schnell noch einmal die Tafel rausziehen und nachsehen, ob die mühsam gemalten Buchstaben noch vorhanden sind. Gleich darauf erschallt aus beiden Klassenräumen ein Choral, oft wahrhaft aus vollem Herzen geschmettert, wenn man ihn etwa als Wochenlied gut gelernt hat. Und dann wird wie in jeder anderen Schule gerechnet, gelesen, gestöhnt und gelacht. Da gibt's auch Tadel, Strafarbeiten und Nachsitzen, es gibt aber auch lustige Geschichten, Wettzeichnen, Lichtbilder, Schulfunk, fröhliche Turn- und Handarbeitsstunden. Eine Schulklasse hat erst nachmittags Unterricht, sie hat nun "Schrappen", d. h. muß den Berg Kartoffeln für die ganze Belegschaft schälen. Da kann man Meister des Fachs bewundern, so flott kann's nicht die flinkste Hausfrau. Die vorschulpflichtigen Jungen und Mädchen haben inzwischen vergnügt gespielt, gebaut, Perlen aufgezogen oder auch ihren ersten Spaziergang ums Grundstück gemacht. Wie schön, wenn Sonne und Wärme einladen zum Spiel  auf dem Hof, der Wiese, im Sandkasten und auf den Wippen. So geht für alle der Vormittag schnell herum. Eine halbstündige Frühstückspause unterbricht die Arbeit und stärkt die Gemüter. Schon werden wieder die vielen Tische gedeckt zum Mittagessen. Nachher müssen die kleinsten Mittagsschlaf halten.

Wir wollen einen kurzen Blick in das Büro, in das Zimmer der Leiterin und ihrer Hilfskräfte werfen. Da ist es erheblich leiser als in den Kinderräumen. Vielleicht keine Arbeit vorhanden? Oh doch! Wieviel Schreiberei muß täglich erledigt werden! Da rappelt das Telefon, da geht die Schelle der Anmeldung: Vertreter wollen gehört werden, Waren kommen an, jeden Tag bitten etliche Bauern dringend um ein Mädchen als Arbeitskraft, Pflegereltern unsrer auswärtigen Kinder kommen zu Besuch, ein wandernder Geselle möchte einen Teller Essen, ein krankes Kind muß besucht und behandelt werden. Dann kommt ein dicker Stoß Post zur Durchsicht und weiteren Bearbeitung. Besorgungen in der Stadt, Verhandlungen mit Handwerkern sind notwendig. Sitzt die Leiterin endlich mal ruhig am Scheibtisch, kommt sicher jemand und will nur eben mal was fragen, oder ein kleiner Omnibus fährt vors Haus, kleine Purzel, einer nach dem anderen quellen heraus mit Lachen oder Weinen: ein Transport mit Neuaufnahmen! Gleich gibt's Arbeit. Manchmal kommt auch ein großer Wagen mit Frauenhilfsmitgliedern, die dem Heim einen Besuch abstatten wollen. So gehts den ganzen  Tag. Also auch hier immer Hochbetrieb! Noch bleibt gelegentlich ein Viertelstündchen Zeit, sich von den Kindern auf dem Hof etwas Neues erzählen zu lassen oder ihnen Seifenblasen vorzumachen.

Am Abend wird's nach und nach stiller in der Gotteshütte. Gruppenweise ist an verschiedenen Wochentagen abends Andacht, am Mittwoch gar Gottesdienst mit feierlicher Vesper-Ordnung, Samstag und Sonntag vereinen sich alle im großen Speisesaal zur Schlußandacht. Selbst die Kleinsten können da stillsitzen und zuhören. Bald schläft das kleine Volk, die Schulmädchen versorgen getreu und gern ihre Ämter, im Fliednerhaus liest und handarbeitet man noch ein Stündchen, macht an sommerlichen Abenden Volkstänze oder spielt Völkerball.

Da werde die Bequemsten flink und gelenkig, manche Köpfe auch hitzig, bis der letzte Kampf ausgefochten ist und Ruhe nach dem Sturm eintritt. Abendlied und Gebet beschließen den Tag und lassen alle Einwohner der Gotteshütte unter dem Schutz des Herrn einen erquickenden Schlaf tun.


5. Wir feiern in der Gotteshütte


Ein jedes Jahr hat viele Tage, die gleichmäßig, ja oft eintönig mit viel Arbeit und Mühe verlaufen, die auch Erzieherinnen wie Kindern manche Enttäuschung, manchmal Weh und Ärger bringen. Wo wäre das anders? Der Mensch und ein Kind besonders brauchen aber Freude. Echte, natürliche Freude holen wir uns - Groß und Klein - bei unsern Festen. Geburtstag ist fast jeden Tag, und feiert auch nicht gleich das gesamte Heim mit, so ist's für das kleine Geburtstagskind doch ein besonderer Freudentag mit kleinen Geschenken, einem Lied nach Wunsch, einer kurzen Feier nachmittags. Wie glücklich zieht so ein Knirps mit dem ersehnten großen Luftballon über den Hof, wie eifrig wird auf der neuen Mundharmonika geübt, die kleine Handarbeit gleich begonnen. Ist eine Erzieherin Geburtstagskind, gibt's vorher auf der Station Vorbereitungen, niedliche Basteleien zur Überraschung. Das Geheimhalten ist gerade so schwierig wie bei Mutter zuhause. Hier der Aufsatz eines Schulmädchens über dieses Problem:

"Morgen feiern wir Geburtstag, da wird gekramt, getuschelt und versteckt, daß niemand davon etwas erfährt. In der Schule zeichnen wir so schön wie nur möglich ein Notizheft. Da dürfen keine Knicke und Kleckse darin sein. Auf Station üben wir ein Lied, und oben in unserem Tagesraum sitzen 2 Kinder mit einer Bastarbeit in der Hand. Wenn die Erzieherin, die Geburtstag hat, kommt, ist nichts mehr zu sehen. Einmal hatte sie Wache, sie setzte sich in den Tagesraum zum Schreiben, da sah sie auf dem Tisch und Fußboden viele kleine Bastfäden liegen und konnte sich schon etwas denken. Gestern wollten wir das Lied nochmal üben, aber sie war uns immer im Wege. Da wurde sie einfach eingeschlossen."
Natürlich wird der Geburtstag der Leiterin in besonderer Weise gestaltet, daran nehmen auch alle Heimbewohner teil, mit kleinen und großen Geschenken - manch mühevoll geklebten Lesezeichen der Kleinsten, einem Gedicht, das mit hochrotem Kopf vor all den anderen aufgesagt wird. Man strengt sich an; dafür gibt's am Nachmittag auch frischen Zuckerkuchen; und dazu gibt es viele herrliche Aufführungen auf der Bühne, die im Speisesaal errichtet wird.
Ausflüge, näher und weiter, je nach Kraft und Größe der verschiedenen Kinderbeine bringen Frohsinnn, Gesundheit, lassen Heimat und Landschaft kennenlernen. Dazu war der 1. Mai wie in diesem Jahr mit herrlichem Frühlingswetter ein prächtiger Tag. Am Vormittag besuchten uns wie schon so manches Mal zur großen Freude die Posaunen. Sie haben in all den Jahren mit unermüdlichen Liedern treu zum Heim gestanden und werden von Groß und Klein viel geliebt.
Ein Ereignis, von dem lange vorher un noch lange hinterher alle Gotteshüttenkinder reden, ist der alljährliche Betriebsausflug mit Omnibussen. Wie besorgt wird der Himmel betrachtet! Nur ja kein Regen, wir wollen doch irgendwo im Freien Kaffee trinken, wolen im Wald spielen, Aussichtstürme ersteigen, alte Burgen besehen. Wenn mittags der erste Bus auf dem Hof die Kurve im die mächtige Linde nimmt, ist die Erregung aufs höchste gestiegen. Ob auch wirklich jeder einen Platz darin findet?

Ein Lied der Kinder spricht die Freude in Versen aus:

"Wer denkt nicht gern an Sommertage,
Wenn alles sprießt und grünt und blüht.
Beim Ausflug man vergißt die Plage,
Und keiner ist mehr faul und müd'.
Die Herzen alle höher schlagen,
Und Klein und Groß sind voller Lust.
Wer will die Fahrt mit Bus nicht wagen
Und singen hell aus freier Brust.
Verladen wird das Volk in Scharen,
Viel Brot und Kuchen packt man ein;
Mit Jauchzen wird dann abgefahren
Ins schöne Weserland hinein.
Die Kaffeetische sind bereitet,
Das Schmausen hebt nun fröhlich an.
Gekräftigt in den Wald man schreitet,
Zur Aussicht drängt sich jeder ran.
So kommt der Abend schnell gegangen,
Voll Freud' man in das Auto steigt.
Viel Sonnenschein ist eingefangen.
Im Hof ein Lied den Dank anzeigt."

Nach beendeter Ernte versammeln sich alle zur Erntedankfeier. Der geräumige Speisesaal ist mit bunten Herbstblumen geschmückt, unter der Erntekrone präsentieren sich die größten und dicksten Früchte aller Arten. Mit Lied, Wort und Gebet bringen wir den rechten Dank für die von Gott geschenkten Güter dar. Wahrhaftige Berge von saftigem Pflaumenkuchen laden zu frohem Schmaus ein. Ein Singspiel oder Volkstanz draußen erfreut Spieler und Zuschauer.
Die kirchlichen Feste des Jahres werden selbstverständlich vor allem gefeiert, zur wahren Freude und gleichzeitig eindrücklichen Vertiefung des Lebens Jesu, das uns als Christen Wegweiser durch das eigene Leben sein soll. Der Morgen des 1. Adventsonntags vereinigt alle - auch die Allerkleinsten - zur Andacht bei Kerzenschein. Auf jedem Platz liegt ein Tannenzweig mit Adventssternchen, dazu die ersten Weihnachtsplätzchen. Jubelnd erschallt "Macht hoch die Tür". Und mit den vielen schönen Advents- und Weihnachtsliedern, die von früh bis spät in allen Häusern erklingen, mit vielerlei heimlichen Zurüstungen, mit Rat und Wünschen, geht es dem Weihnachtsfest entgegen. Das stehen dann wieder alle um den riesigen  Weihnachtsbaum. Die Kerzen leuchten, noch strahlender leuchten all die Kinderaugen.

Die große aufgebaute Krippe veranschaulicht den Kindern von Weihnachten durch die Epiphanisaszeit den Gang der Weihnachtsgeschichte und hinterläßt bei allen einen unauslöschlichen Eindruck. Wie mancher Erwachsene besuchte schon das Heim, in dem er einst eine Zeit seiner Kindheit verbrachte, und wollte gern noch einmal die Krippe sehen, an der das Weihnachtsfest so besonders schön war. Zur Bereicherung der langen Gabentische helfen die vielen freundlichen Spender der jährlichen Weihnachtsgaben, denen herzlicher Dank gesagt sei für das Verständnis an unserer Arbeit und für die Liebe zu unseren Kindern. Sind die Gaben für jedes einzelne Kind auch nur bescheiden, so erleben wir doch jedes Jahr wieder lauter fröhliche und zufriedene Menschenkinder, denen wir wünschen, daß sie von dem Weihnachtslicht der Krippe recht viel Leuchtkraft mit hinausnehmen möchten in ihr späteres Leben.

Die Ostertische haben ein anderes Gesicht mit den ersten Frühlingsblumen, dazwischen für jedes Kind ein Körbchen mit süßen Eiern; die buntgefärbten Eier muß man freilich suchen im Garten und Wald.

Für die großen Schulkinder ist die Feier der Konfirmation ein Höhepunkt ihres Heimaufenthalts. Die Konfirmandinnen meist 15 bis 20, laden ihre Angehörigen dazu ein. An diesem Tage sind sie allein der Mittelpunkt, die Empfänger herzlicher Segenswünsche. Die Einsegnung ist inmitten der Dorfgemeinschaft in der Kleinenbremer Kirche. In der Gotteshütte erwartet sie ein großer Gabentisch und eine festlich geschmückte Tafel. Mit  dem Besuch erleben sie bei Erzählen, Musizieren und Singen einen unvergeßlichen ernst-frohen Tag.

Gelegentlich ist auch das Jubiläum eines langjährig tätigen  Menschen im Heim - 20-, sogar 40jährige Dienst-Jubilare hatten wir schon - Anlaß zum Feiern, zum gemütlichen Beisammensein mit lustigen Liedern und Versen. Auch Hochzeitspaare sah die Gotteshütte in ihren dazu feierlich gestalteten Räumen.

Dieses Jahr feiert die Gotteshütte nun den 100. Geburtstag. Das ist schon ein Ehrentag, den wir mit allen Besuchern dankend und fröhlich begehen wollen.
Feste verbinden die Gemeinschaft, erheben durch die lange Vorfreude aus dem grauen Alltag, verschönern und bereichern durch Erinnerung spätere Lebensjahre.
D. Haring.




Nun lassen wir die Festschrift hinaus gehen, und ich grüße alle, die sie lesen mit dem herzlichen Wunsch, daß sie es spüren möchten, daß Gott der Herr Seinen Segen in all den Jahren zu dieser Arbeit gegeben hat. Ihm gebührt unser Dank für alle Gnade und Hilfe, die ER uns zuteil werden lassen. Es ist mir aber auch ein Bedürfnis, all meinen treuen Mitarbeitern zu danken, die mir in den 20 Jahren meines Hierseins zur Seite gestanden haben. Und bei meinem Abschied aus der Gotteshütte ist das mein herzlicher Wunsch, daß Gott der  Herr fernerhin Gnade walten lasse über diesem Hause und ich  befehle alle, die hier ein und aus gehen, der Treue unseres Vaters im Himmel.

" Von Gottes Händen wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag,
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag. "

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wow! Vielen Dank! Ich wollte immer in meiner Website so etwas zu schreiben. Kann ich an Ihrer Post in meinem Blog?

Wahrhaftig hat gesagt…

Auch meinerseits recht herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Gehen Sie bitte in meinem Blogarchiv auf den Oktober. Dort finden Sie meine mailadresse und können mit mir Kontakt aufnehmen. Dann kann ich Ihnen unter Umständen weiterhelfen.

Herzliche Grüße

Anonym hat gesagt…

Ah! ich endlich das gefunden was ich gesucht habe. Manchmal dauert es so viel Mühe, um auch kleine nützliche Information zu finden.

Anonym hat gesagt…

Dieser Artikel war sehr interessant, zumal ich für Gedanken Benutzer zu diesem Thema am vergangenen Donnerstag.

Anonym hat gesagt…

Es gibt offensichtlich eine Menge zu wissen. Ich glaube, Sie haben einige gute Punkte in Funktionen auch. Halten Sie Ihren Arbeitsbereich, great job!

Anonym hat gesagt…

Ich habe einige wunderbare Weisheit..

Anonym hat gesagt…

Great post. Can’t wait to read the next ones :)

Anonym hat gesagt…

Große, fand ich, was ich habe gesucht

Wahrhaftig hat gesagt…

Danke für den Kommentar. Ich weiß das zu schätzen.

M. Zielke

Anonym hat gesagt…

Das war wirklich interessant. Ich liebte es zu lesen

Wahrhaftig hat gesagt…

Danke für den freundlichen Kommentar. Ich empfehle außerdem "Eine verlorene Kindheit- Für meine Schwester Sylvia" zu lesen, zu finden im Blogarchiv. Dabei handelt es sich nicht um eine Abschrift, sondern um eine weitgehend autobiographische Niederschrift.

Es wird sich aber länger hinziehen bis alles fertig ist. Denn vieles dabei berührt mich emotional, und dann fällt das Schreiben naturgemäß etwas schwerer.

Freundliche Grüße
M.Zielke

Anonym hat gesagt…

You seems to be an expert in this field, Great article and keep up the good work, my buddy recommended me this.

My blog:
Regroupement de credit aussi organisme de Rachat De Credit

Anonym hat gesagt…

ich selbst war drei jahhre in diesm heim und ich wurde liebevoll aufgeneommen und hatte keine einschränkungen in meiner freizeit geschweige denoch sexuelle übergriffe ich habe sehr viele gute und auch für mein weiteres leben von allen erziherinnen erhalten.ich danke euch T,Petra.T.Heidi Hr Wiland
Onkel Dieter und an alle meine freundeSo wie an Fr bohnsack von derJungengruppe ich hoffe es geht euch allen gut.L.G S schliecker

Anonym hat gesagt…

Dieses ist eine Inspiration persönlich zu entdecken out Weg mehr zu diesem Thema. Ich muss gestehen, Ihre Informationen erweitert meine Gefühle so gut wie ich werde jetzt zu Ihren Feed auf dem Laufenden bleiben auf jeder kommenden Blog- Beitrag von dir vermutlich erstellen kann ich . Du bist würdig Dank für einen Job perfekt gemacht !

Anonym hat gesagt…

Wirklich wie Sie Ihre Webseiten Angaben ! Zweifellos ein wunderbares Wissen, das außerordentlich hilfreich bereitzustellen. Keep on zur Veröffentlichung tragen , und dass ich werde fortfahren Studium durch ! Cheers.