Dienstag, 3. Mai 2011

6. Seit ca. fünfzig Jahren "vermisst" - Ein Besuch in Ummeln (Teil 1)

(Öffentliches Rohmanuskript/Arbeitsfassung)

Einleitung 


"Der zweite Weltkrieg war schrecklich, auch unter dem Gesichtspunkt der vielen Heimatlosen, die flüchten mussten, und es kam zu ergreifenden Szenen, wenn Kinder von ihren Eltern getrennt wurden, und sich unter Umständen erst nach Jahrzehnten oder auch nach einem halben Jahrhundert wieder sahen. Wir alle kennen diese Bilder aus den Medien, und den Historikern sei Dank, die sich mit diesen Problemen beschäftigten, und eine breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam machten.
Aber auch bedingt durch Heimerziehung gab und gibt es vermutlich immer noch solche Probleme, und darauf möchte ich, nicht zuletzt verbittert, aufmerksam machen. Eben durch solche Umstände war ich auf der Suche nach einer Schwester von mir, die heute in einer Einrichtung lebt, die sich unter anderem auf geistig, seelisch und körperlich behinderte Menschen spezialisiert hat. Und die Hürden mit solch armen Menschen in Kontakt zu treten, sind von der Verwaltungsebene aus gesehen (Datenschutz etc), unwahrscheinlich hochgeschraubt. Meine Schwester habe ich ungefähr 1962, also vor fast fünfzig Jahren aus den Augen verloren".

Terrasse Haus Sonnenblick

Ein Wiedersehen nach fünfzig Jahren


Lange, sehr lange habe ich suchen müssen, und viele Gedanken darauf verwandt, wo sich meine jüngste Schwester Sylvia aufhält. Und dann endlich nach fast fünfzig Jahren gelang es mir zu Anfang des Jahres 2011, genauer gesagt  Nachmittags am 25. Januar, ihren Aufenthaltsort zu ermitteln. 


Dem vorausgegangen waren eine Kontaktaufnahme zum RTH, (Runder Tisch Heimerziehung), desweiteren zum LWL (Landschaftstverband Westfalen-Lippe), und zahlreiche Telefongespräche, nebst kostenpflichtigen Anfragen bei einigen Einwohnermeldeämtern. Wirklich geholfen wurde mir von den Verantwortlichen der Heimerziehung (RTH), sowie des Kostenträgers  nicht. Sie tuen sich schwer, konkurrieren meiner Meinung nach auf der Derzernatsebene, berufen sich auf den Datenschutz, machen sich aber in der Mehrzahl nicht die Mühe, dies im einzelnen und dezidiert zu begründen.
Was ist daran so problematisch, wenn man wissen möchte, wo sich ein Angehöriger aufhält, zumal die Verantwortlichen, bzw. die Verursacher derartiger Umstände, solche  Zustände herbeigeführt haben, und es aus welchen Gründen auch immer versäumten, Familienmitglieder zu informieren. Dem Gesetz mag wohl Genüge getan sein, dennoch ist es grausam und für mich nicht nachvollziehbar. 
Der Gesetzgeber und seine Organe,  soweit zuständig für Erziehungs- und Unterbringungsfragen, sollte sich doch daraus halten, ob Menschen im Erwachsenenalter miteinander in Kontakt treten wollen oder nicht, bzw. dies fördern  und nicht versuchen, durch Beschränkungen darauf Einfluss zu nehmen. Sicher mögen sich Einzelfallregelungen ab und an als richtig und nützlich erweisen, aber anmaßendes Verhalten von Behörden ist abzulehnen. 


Gegen das Vergessen - Ummeln damals

Ummeln, heute eine Stadtteil von Bielefeld, hatte Mitte der  70er Jahren des letzten Jahrhunderts einen äußerst schlechten Ruf, der aber nicht den Ort selbst betraf, sondern ein dortiges Mädchenheim unter kirchlicher Trägerschaft.  Auch wegen der räumlichen Größe der  Einrichtung kam es damals zu einem Zwischenfall, der geradezu unglaublich zu sein schien, und  bundesweites Aufsehen erregte, und in gewisser weise vergleichbar, mit dem vor nicht allzu langer Zeit bekannt gewordenen Inzest-Skandal in Österreich, wo ein Vater seine Tochter jahrelang gefangen hielt und mit ihr etliche Kinder gezeugt hat. 
Die ganze Welt kennt seinen Namen - Der Tagesspiegel
Hier nun ein Link zu der damaligen Einrichtung Ummeln:
Nachzulesen  bei Matthias Frölich, über die Einrichtung Ummeln auf Seite 25, herausgegeben vom LWL.Institut für Regionalgeschichte. Der ganze Link zur Heimerziehung ist übrigens auch auf mein Blog unter LWL Regionalgeschichte nachzulesen. Unter dem Link das Zitat zum damaligen Mädchenheim Ummeln.

"Dass eine „Kultur des Hinsehens“ sich auch in den 1970er Jahren noch nicht vollkommen durchgesetzt hatte, zeigte ein bundesweit für Aufsehen sorgender Skandal in Ostwestfalen. Im Mai 1977 wurde ein Landwirtschaftsgehilfe des Mädchenheims Ummeln verhaftet. Er hatte ein aus dem Heim geflohenes 16jähriges Mädchen in seine Gewalt gebracht und zehn Jahre lang unbemerkt in seinem Haus auf dem Heimgelände gefangen gehalten. Von den vier während der Gefangenschaft aus der unfreiwilligen Verbindung hervorgegangenen Kindern überlebte keines.Die Leichen hatte der Täter, der mindestens eines der Kinder selbst getötet haben soll, beiseite geschafft. Das sorgsam verborgene Verbrechen wurde erst offenbar, als die mittlerweile 26 Jahre alte Frau sich einem Fremden anvertraute. Weder die Eltern, noch das Heim, noch das Landesjugendamt hatten laut Zeitungsberichten nach der Vermissten gesucht.119*
 119) In den Akten der Heimaufsicht sind allein einige Zeitungsausschnitte zu finden. Der Vorfall findet sonst keinerlei Erwähnung in Vermerken oder Schriftwechseln: Vier uneheliche Kinder getötet?, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20.5.1977; In Ummeln will es niemand glauben. Fragen zum Tod von vier Säuglingen und zur Gefangenschaft einer Frau, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21.5.1977; 10 Jahre in Kotten gefangen, 4 Kinder geboren – alle tot. Fürsorgezögling fürchtete sich vor Polizei, in: Bielefelder Tageblatt vom 19.5.1977"
Soviel zur Vorgeschichte meiner Reise nach Ummeln, um endlich meine Schwester Sylvia kennenzulernen. Es wäre schon gut, wenn sich die Evangelische Kirche im Rahmen ihrer diakonischen Einrichtungen mal Gedanken darüber machen würde, inwieweit es nicht möglich ist, an den einstigen Orten des Unrechts bei der Heimerziehung, Gedenktafeln als Mahnmal an den jeweiligen Häusern anzubringen, damit in der Vergangenheit Geschehenes nicht in Vergessenheit gerät, aber auch nicht wieder vorkommt. Darum kreisten meine Gedanken, bis ich dann am 30. April 2011 meine Reise nach Ummeln antrat, auch darum, wie ich das Wiedersehen nach gut fünfzig Jahren emotional verkraften würde. Immerhin war meine Schwester vier Jahre alt, als ich sie das letzte mal bewusst wahrgenommen hatte. Was ist zwischenzeitlich nach so vielen Jahrzehnten nicht alles passiert? Auch mir hat die Heimerziehung und ein kaputtes Elternhaus arg zugesetzt, doch so schlimm, wie Sylvia, der es nicht vergönnt ist, ein selbständiges Leben zu führen, hat es mich letztlich nicht getroffen.


Die Hinfahrt nach Ummeln



Historisches zu Ummeln:


Zur Einführung meiner Reise nach Ummeln ein Stimmungsbild von  Albert Giraud.
Ins Deutsche übersetzt von Otto Erich Hartleben. 
Otto Erich Hartleben
Gedicht aus Pierrot Lunaire


Finstre, schwarze Riesenfalter
Töteten der Sonne Glanz.
Ein geschlossnes Zauberbuch, 
Ruht der Horizont- verschwiegen.

Aus dem Qualm verlorner Tiefen
Steigt ein Duft, Erinnerung mordend!
Finstre, schwarze Riesenfalter
Töteten der Sonne Glanz.

Und vom Himmel erdenwärts
Senken sich mit schweren Schwingen
Unsichtbar die Ungetüme
Auf die Menschenherzen nieder…
Finstre, schwarze Riesenfalter.
Der Tag der Anreise rückte immer näher,  und dann am Samstag den 30. April war es soweit. Ich bestieg morgens um kurz nach 10.00 Uhr den ICC, auf Gleis 14, der von Hamburg nach Hannover, und weiter nach Süddeutschland fuhr. Mehrfach hatte ich meiner Schwester gegenüber telefonisch angekündigt, dass ich sie besuchen wollte, und äußerte dies auch gegenüber einigen Betreuern. Die Einrichtung wo sie wohnt und lebt, wird rund um die Uhr von entsprechenden Fachkräften zum Wohle der Bewohner behütet und bewacht. Ob ich wirklich willkommen war, und ob die ganze Verantwortungskette informiert wurde, wusste ich nicht, aber  für mich persönlich war die Entscheidung meine Schwester aufzusuchen unumkehrbar, und ich nahm eventuell in Kauf, von seiten der Heimleitung abgewiesen zu werden, oder gar umsonst nach Ummeln gefahren sein. All diese Befürchtungen erwiesen sich letztlich aber als unbegründet.
Bevor ich mich auf den Weg machte, hatte ich die Tage zuvor, mir noch eine Kamera und das Bahnticket besorgt. Eigens für die Reise hatte ich mich verschuldet, aber bis Oktober/November blieb Zeit, um diese Schulden wieder abzutragen. Mir blieb keine andere Wahl. Zuviel ist innerhalb unserer Familie schief gegangen, und die Jahre laufen und laufen unaufhörlich weiter. Da bleibt nicht mehr viel Zeit und Raum, um alles, was möglich ist,  aufzuklären, bevor auch mich das Zeitliche segnet. Das ist gewiss!

Nein, ein richtiges Familienleben war  meinen Geschwistern und mir, als da wären in der Reihenfolge nach mir, Peter, Hildegard, Egon, Rainer, Michael, Hubert und zuguter letzt Sylvia,  nicht vergönnt gewesen. Aber wen soll man dafür verantwortlich machen, bleibt doch die große und irgendwie offene Frage, die sich nie ganz klären lassen wird. Damit müssen wir Geschwister leben, sofern wir noch unter den Lebenden sind.
Nachdem der ICC in die große Bahnhofshalle des Hamburger Hauptbahnhofs eingefahren war, und sich die Tür für die Fahrgäste geöffnet hatte, stand ich günstig am dicht mit Reisenden gefüllten  Bahnsteig, und nahm sogleich in unmittelbarer Nähe der Ein- und Ausgangstür einen Sitzplatz in Beschlag. Ein Herr in meinem Alter machte mich darauf aufmerksam, dass er diesen Platz reserviert hatte, aber der Sitzplatz neben ihm war frei, und alles verlief unproblematisch. Wir machten ein paar Konversationen, und bald darauf setzte sich der Zug in Bewegung.  Rechts in Fahrtrichtung aus dem Fenster schauend, konnte man die Fortschritte beobachten, die Hamburgs zur Zeit größtes Bauprojekt, nämlich die neue Hafencity, machte. Sogar ein großes Riesenrad war zu sehen, stellte ich verwundert fest, welches dort  zukünftig einen festen Standplatz  haben soll.So kam man schnell ins Gespräch über alles mögliche, mit gelegentlichen Pausen, bis hin zu dem heute anstehenden Bundesligaspieltag, über den HSV, und den FC ST. Pauli, und ob es die Dortmunder unter Jürgen Klopp wohl an diesem Tage schaffen würden, schon vorzeitig Deutscher Meister zu werden. Immerhin hatte ich in Dortmund mit einer Unterbrechung ungefähr zwölf Jahre gelebt, und dies zu einer Zeit, als der BVB 09 sowohl Höhen als auch Tiefen erlebte. Erinnert sei nur an die Fussballegenden Lothar Emmerich (die linke Klebe), Siggi Held, Hoppi Kurath, Rudi Assauer, und viele andere. Zwar war ich damals noch nicht so unbedingt fussballbegeistert, doch je länger ich in Hamburg lebe, um so mehr kommt mir des öfteren  meine Jugend in Dortmund in Erinnerung.


Mein anonymer Reisebegleiter bis Hannover, wollte  zum Bayrischen Wald fahren, ohne eine nähere Angabe zu machen, und auch für mich würde es ein schwieriger und anstrengender Tag werden, wenn ich  zum Abend des Tages die Heimreise antreten müßte. Auf was hatte ich mich eingelassen, um nach so vielen Jahren der Vergangenheit, nicht nur der meiner Schwester, sondern auch der meinigen zu begegnen.

"Kind, Kind! nicht weiter! Wie von unsichtbaren Geistern gepeitscht, gehen die Sonnenpferde der Zeit mit unsers Schicksals leichten Wagen durch, und uns bleibt nichts, als mutig gefasst die Zügel festzuhalten, und bald rechts, und bald links, vom Steine hier, vom Sturze da, die Räder wegzulenken. Wohin es geht, wer weiß es? Erinnert er sich doch kaum, woher er kam! (Goethe/Egmont.)"
Will man das zuletzt von mir erwähnte Zitat richtig verstehen, sollte man Goethes Buch 'Dichtung und Wahrheit'  gelesen haben, welches mit dem oben erwähnten Schlußsatz endet. Ich jedenfalls habe es zwei oder dreimal getan, und einmal sogar vor einigen Jahren, habe ich den  ganzen Band über Tastatur  am Bildschirm  niedergeschrieben, um mich mich mit dem Zehnfingersystem beim Schreiben vertraut zu machen..Auch von und über Nietzsche und Schopenhauer las ich einiges, ob ich aber alles verstanden habe, wage ich zu bezweifeln. Ich war einfach ein Kind meiner Zeit, mit viel Bildungshunger, aber unzureichend gebildet, um dieses oder jenes in die Tat umzusetzen..

Der Zug fuhr weiter, unaufhaltsam ging es Richtung Hannover bei allerschönstem Reisewetter, und gerne hätte ich ein tiefschürfendes Gespräch mit meinem Reisebegleiter über meine Absicht begonnen, doch hatte ich mit Emotionen zu kämpfen, musste die aufsteigenden Weinkrämpfe unterdrücken, auch und gerade wegen meiner Schwester. Eigentlich befand ich mich in einem Schwebezustand. Was passierte da eigentlich mit mir?  War es wirklich nur Mitgefühl mit Sylvia, die ich so lange nicht gesehen hatte, und von der ich nicht wusste, wie sie aussah, oder vermischte sich hier etwas, was viel mit mir zu tuen hatte, und dem ich noch auf den Grund gehen musste; etwa das eigene Leid, welches ich im Elternhaus erfahren hatte. 
Mein Bruder Rainer brachte mich im letzten Jahr im Dezember auf die richtige Fährte. Wohl zehn Jahre oder länger hatte er nichts mehr von sich hören lassen, nachdem er zuvor vorübergehend in Hamburg wohnte, und sozusagen über Nacht aus meinem Blickfeld verschwunden war. Nun rief er urplötzlich und  euphorisch aus Süddeutschland an, und überschüttete mich mit Zuneigung. 
Da ich mich schon länger mit der Vergangenheit der eigenen äußerst traurigen Familienverhältnisse beschäftigte, kam ich auf Sylvia zu sprechen, und erfuhr genug, um eine Spur aufnehmen zu können. Leider hat sich der Kontakt zu Rainer nicht verfestigen können, er weicht aus, und seine Lebensverhältnisse dürften nicht die allerbesten sein. Kein Wunder, schließlich kam er  von Geburt an ins Heim, und hat wie wir alle Geschwister, etliche Stationen mit Orts- und Bezugspersonenwechsel durchlaufen. Viele von uns leben und lebten, wie auf der Flucht, fanden nicht den nötigen Halt und genügend Bodenständigkeit, um ein verantwortungsvolles Leben führen zu können.
Jedenfalls erfuhr ich durch Rainer den Ortsnamen Telgte, und viel mehr war aus ihm nicht heraus zubekommen. Dort hatte er Sylvia mal Mitte der 70er Jahre besucht, und mir zu einem viel späteren Zeitpunkt erzählt, dass unsere Schwester ein Kind zur Welt gebracht hatte, und es bei der Geburt Komplikationen gegeben habe. In deren Verlauf soll sie Sauerstoffmangel gehabt haben, wodurch ihr Gehirn geschädigt sein soll, und in der Folge ist sie seit dem in irgendwelchen Einrichtungen für Behinderte untergebracht. Parallel dazu wurde ihr alsbald das Kind weggenommen, und zur Adoption freigegeben - das schlimmste was wohl einem jungen Mädchen oder einer Frau passieren kann. Das war also die Ausgangslage für meine Recherche, um sie nun in Ummeln aufsuchen zu können. Ein Professor aus Telgte, dessen Namen ich hier ohne sein Einverständnis nicht nennen möchte, hatte Verständnis für mein Anliegen ins Sachen Familienforschung, und teilte mir schriftlich mit, wie lange meine Schwester sich dort aufgehalten hatte, und wohin sie hernach verlegt wurde. Desweiteren half mir letztlich ein Heimleiter, dem ich an dieser Stelle meinen Dank aussprechen möchte, und der mich auf die Spur nach Ummeln führte. Hernach ging alles sehr schnell, und ich nahm zunächst über die jetzige Heimleitung schriftlichen Kontakt zu Sylvia auf, und alsbald möglich, telefoniert ich mit ihr. Dafür auch mein Dank an die Verantwortlichen in Ummeln. Auch soll nach Aussagen von Rainer Sylvia mal in der Gotteshütte zu Kleinenbremen untergebracht gewesen sein, aber dies Aussage hat sich bisher nicht bestätigt, bzw. teilte mir der dortige Heimleiter mit, dass er keinerlei Hinweise darauf hat, es sogar ausschließt.
Ja, die 70er Jahre waren geradezu schrecklich, soweit es meine schon damals auseinandergebrochene Familie betraf. 1972 brachte sich die Mutter mit 43 Jahren in Herzberg um. 1974 folgen ihr die beiden Kinder Egon, 21 Jahre, und Hildegard 23 Jahre, in einem Abstand von ungefähr zwei Wochen, die in Duisburg verstarben. 1978 nahm sich der Vater mit  49 Jahren, kurz vor seinem fünfzigsten Geburtstag am Schliersee das Leben. Dort war der letzte mir bekannte Wohnsitz von ihm in einem großen Gasthof, direkt am See. Ich erfuhr es durch die damalige Besitzer- oder Pächterin, als ich sie besuchte. Er bewohnte ein Personalzimmer direkt unterm Dach, welches er sich mit einem Mitarbeiter geteilt hatte, und der auch seine letzte Habe in Besitz genommen hatte.  Eingestellt war er als Tellerwäscher und außerdem ein Leben lang auf der Flucht. "Ich hab' den Tod schon in der Tasche" sollen seine letzten, vermutlich pathetisch, aber wohl eher verzweifelt gesprochenen Worte gewesen sein, die auf einen Tablettentod hindeuten. Tage später fanden ihn Wanderer oder auch Waldarbeiter leblos im Dickicht liegend. Der Vorfall ist bei der Polizei in Miesbach aktenkundig. In den 90er Jahren - ich befand mich auf einem Urlaubsantritt von Hamburg nach dem Grossraum Kufstein  Walchsee, Tirol - wollte ich sein Grab aufsuchen, aber es war schon eingeebnet, und anderweitig belegt worden. Real hatte der Vater, abgesehen von meinen ersten Lebensjahren, nur ein paar Monate eine Rolle in meinem Leben gespielt, aber das reichte , um ihn nie wieder zu  vergesesen.
Vor nicht allzulanger Zeit erfuhr ich, das mein Bruder Hubert 1999  in Berlin im Alter von 42 Jahren  verstorben ist, und ich glaube, dass sein Tod eher außergewöhnlich, als natürlich eintrat. Außerdem glaube ich seit einiger Zeit, ohne es genau zu wissen, dass auch der nach mir in Gladbeck geborene Bruder Peter nicht mehr lebt. 
Damals 1972, als die Mutter in Herzberg verstarb, war Sylvia nicht bei der Beerdigung, was darauf schließen läßt, dass sie zu dem Zeitpunkt in einem Mädchenheim untergebracht war. Ich selbst habe übrigens auch nicht an der Beerdigung teilegenommen.Zu tief waren die Wunden, die meine Mutter hinterlassen hatte. 
Ebenfalls aktenkundig soll ein Vorfall  sein, wonach Sylvia als junges Mädchen in Herzberg sexuell mißbraucht worden ist. In der Sache soll es ein Gerichtsurteil geben, vermutlich vor dem dort ansässigen Amtsgericht. Wie schon zuvor gesagt, erst mit dem  Jahre 1975 habe ich ihre Spur wieder aufnehmen können, und annähernd herausgefunden, wo sie seit dem, bis zu dem heutigen Zeitpunkt gelebt hat.


Zum Tod von Egon und Hildegard verfasste ich im damaligen Zeit-Online-Leserforum, dass heute so nicht mehr existiert, einen Artikel, und ich finde es macht Sinn, ihn in dieses Posting  für meine Schwester zu stellen. Überschrift:


Egon war schwer in Ordnung - Es war eine schöne Bererdigung

Allmählich näherte sich der ICC dem Hauptbahnhof von Hannover und ich verabschiedete mich von meinem Reisebegleiter, wünschte ihm noch eine gute Fahrt, und stand einige Minuten im Gang vor der Tür, bevor der Zug hielt. Ich hatte ca. zehn Minuten Zeit, und gegen 11.30 Uhr nahm der ICC nach Bielefeld seine Fahrt auf. Diesmal mußte ich einen zuvor in Beschlag genommenen Sitzplatz räumen, fand aber bald darauf eine andere Sitzgelegenheit, sogar mit einem Tisch in der Mitte, die erst ab Bielefeld reserviert war. Mir gegenüber saß ein ganz junger sympahtischer Mann mit einem Notebook auf dem Tisch und neben mir saß ebenfalls ein Jüngling, nicht ganz so vertrauenserweckend, der zumeist schlief oder aber mit seinem Händy spielte. Ich versuchte während der Fahrt die Gebrauchsanweisung für meine neue Kamera zu studieren, war aber nicht genügend konzentriert, und schaute daher zumeist aus dem Fenster der gegenüberliegenden Seite. Schön war die Strecke und überall in der zumeist hügeligen Landschaft sah man großflächige Tupfer in gelb, was nichts anderes zu bedeuten hatte, als das der Raps in Blüte stand. Nach Minden ging es vorbei an einem prächtigen Gebirgskamm, der sich in die Länge zog, und bei Porta Westfalica hatte man eine schöne Aussicht auf die Weser und das alt ehrwürdige Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Ostflanke des Wittekindsberges. Rasch verging die Zeit und bald war ich im Bielefelder Hauptbahnof angekommen. Bemerkenswert fand ich noch eine Pädagogin oder Erzieherin, gar nicht mehr ganz so jung, die über Handy ein Gespräch über ein Kind oder das ihrige  führte, und nur das Vokabular der Pädagogik benutzte, selbst bei den banalsten Dingen, indem Sie alles mit Bezug auf das Kind als Verhaltensmuster  interpretierte und analysierte, anstatt einfach mal das Kind als ein Individium zu betrachten.

Rasch durchquerte ich die Bahnhofshalle in Bielefeld, und hielt mich auf eine Zigarettenlänge auf dem Bahnhofsvorplatz nahe dem Taxistand auf. Mittlerweile war es ungefähr 12.30 Uhr. Dann ging ich zur Stadtbahn unterhalb der Bahnhofsebene, kaufte zwei Tickets für die Hin- und Rückfahrt nach Ummeln, und bestieg die Linie 9, mit der ich bis zur Haltestelle Bahnhof Brackwede fuhr. Leider war das ein Fehler, wie sich im nachhinein herausstellte, auch gab es kaum Möglichkeiten mir eine vernünftige Auskunft einzuholen. Ich hatte damit gerechnet von dort mit dem 28er  Bus nach Ummeln weiterzufahren, aber dort hielt nur der 95er  Bus, der nicht direkt zu meinem Ziel führte. Später dann stieß ich auf eine Haltestelle, wo auch wieder der 28 Bus verkehrte, und ich stieg dort aus. Zufällig traf ich dort auf einen Mann, der sich gerade auf dem Hof seines Hauses befand, und ich sprach ihn an, und erklärte ihm, wo ich hinwollte. Wir kamen ins Gespräch, und er wußte ziemlich gut über die Stiftung Ummeln bescheid, auch mit Blick auf derene ruchbare Vergangenheit. Ob ich gut zufuß sei fragte er mich, und beschrieb mir dann einen Weg von ungefähr zwanzig Minuten Dauer, wonach ich  nicht mit dem 28er Bus erst durch den ganzen Ort fahren müßte, und punktgenau bei der Gärtnerei ankomme, wo ich ja hinwollte. Mein Weg führte mich also immerzu geradeaus, und fast am Ziel galt es nur noch rechtsabzubiegen. Mir war es so recht, denn so konnte ich mir nach der langen Fahrt noch etwas die Beine vertreten. Wieder tauchten bei mir Zweifel auf, wie man mich empfangen würde, ob meine Schwester irgendeinen Bezug zu mir hat, und wie ich damit umgehe, sollte ich etwa Weinkrämpfe bekommen. 
Ich hatte also fast am Ende  meines Weges rechts von der Hauptstraße, noch einen Seitenweg von ungefähr zweihundert Metern zurückzulegen, und  stand dann bei der Gärtnerei, wo ein weiterer Weg links abzweigte. Gegenüber der Gärtnerei befand sich ein übersichtlicher Lageplan des sehr großen Anwesens, den ich sogleich fotografierte, um mir einen Überblick über die vielen Gebäude zu schaffen. Erleichtert nahm ich zur Kenntnis, dass das von mir gesuchte Haus Sonnenblick sich in unmittelbarer Nähe zu  meinem Standort befand, also quasi genau gegenüber der Gärtnerei und ich steuerte auf eine Terrasse zu, nahe dem Haupteingang. Mittlerweile dürfte es ungefähr 14.00 Uhr gewesen sein, und ich hatte mit Blick auf die Wegstrecke mein Ziel erreicht. Das Wetter war entgegen dem Kalender schon sommerlich.


Die Ankunft in Ummeln


Herzlich und freundlich empfing mich eine Pflegekraft, deren Namen mir entfallen ist.  Ich traf sie eher zufällig als sie das Haus Sonnenblick verließ, und sie fragte mich, ob ich der Bruder von Sylvia sei.  Ich bejahte, und sie antwortete erstaunt und verwundert: "Sie sehen sich aber sehr ähnlich".



Sie war in Eile, erklärte mir kurz warum, und führte mich zur Terrasse gleich nebenan. Dann rief sie laut ins offene Haus den Namen meiner Schwester, worauf  diese bald erschien. Bei der Begrüßung vielen mir ihre ungepflegten Hände auf, die Spuren von Brandverletzungen und dergleichen mehr aufwiesen. Besorgt machte ich die Pflegerin darauf aufmerksam. Später erfuhr ich durch andere Klienten, dass Sylvia an den Händen schmerzfrei sei, und einige Verletzungen von dem Ausdrücken von Zigaretten stammten. Aber auch ein Blutblase sah ich an einem ihrer Finger, deren Herkunft sie sich nicht erklären konnte. Desweiteren nahm ich Fehlstellungen der Zehen und Füße war, die wohl mit ihrer Gehbehinderung zusammenhängen, die sie sich ebenfalls nicht erklären konnte. Über ihr Krankheitsbild in seiner Gesamtheit konnte ich mir kein abschließendes Urteil bilden, dazu hätte ich sicherlich mit ihrer Ärztin sprechen müssen, durch die sie gelegentlich betreut wird. Von dem betreuenden Personal konnte ich das nicht erwarten.
An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich während meiner ganzen Besuchszeit in Ummeln bis hin zum 8. Mai, dem Geburtstag von Peter, mit dem Unterdrücken von Weinkrämpfen zu kämpfen hatte, und ich war erschüttert, als ich meine Schwester sah. Neben ihrer seelischen Behinderung hat sie auch große Teile ihres Erinnerungsvermögen verloren, hat außerdem Sprachschwierigkeiten, und ist stark gebehindert. Jetzt habe ich mich wieder den Umständen entsprechend etwas gefangen. Anders geht es auch nicht, denn ansonsten könnte ich gar nicht weiterschreiben.

Meine Großmutter mütterlicherseits soll des öfteren, entweder begründet oder auch melodramatisch, nach den Aussagen einer Tante gesagt haben: "Auf unserer Familie liegt ein Fluch". Was meine Eltern betrifft, dürfte sie da wohl nicht ganz Unrecht gehabt haben.

Die zuvor erwähnte Pflegekraft lud mich und meine Schwester dazu ein, auf der Terrasse Platz zu nehmen, räumte den dort vorhandenen Tisch ein wenig auf, und bat einen Patienten uns allein zu lassen, zumal dieser eigentlich in einem anderen Haus wohnte. Dann bot sie mir etwas zu Essen an, aber ich verspürte in diesem Moment trotz mehrmaliger Nachfrage von ihr, überhaupt keinen Hunger, lediglich das Angebot zu einer Tasse Kaffee schlug ich nicht aus. Meine Schwester bevorzugte Cola, und freute sich, dass ich eine Flasche mit diesem Getränk bei mir hatte. 
Eine eigentliche Privatsphäre gab es während meines Aufenthaltes in der Stiftung Ummeln nicht, doch war es meine geringste Sorge, auch wenn ich es mir gewünscht hätte. So besuchte ich also nicht nur meine Schwester, sondern auch all die anderen KlientenInnen, wodurch sich auch mit denen Gespräche ergaben. Dabei kristallisierten sich auch für mich wichtige Informationen heraus, weil dort ja sozusagen alles öffentlich ist, und ein jeder über den anderen im gewissen Umfang recht gut Bescheid weiß.


Ein merkwürdiger Augenblick nach gut  50 Jahren. Das Foto wurde am 30.04.2011 von einer Betreuerin aufgenommen.




06.01.2013 Mittlerweile ist es eine geraume Zeit her, dass ich meine Schwester am 30.04.11 das erste mal in Ummeln besuchte. Zwischenzeitlich haben zwei weitere Besuche stattgefunden. Nun aber zurück zu meinem ersten Besuch.

Nachdem ich einige Worte mit Sylvia gesprochen hatte, fragte ich Sie, ob ich mir ein paar Notizen machen dürfte, und dies auch ins Internet stellen dürfte, und sie willigte ein. Dabei nahm ich immer die neugierigen Blicke ihrer Mitbewohner wahr, die mir auch einiges erzählen konnten. Allein schon deswegen hatte sich mein Besuch gelohnt. Als ich Sylvia nach unserer Mutter und nach Herzberg befragte, wo sie mal gewohnt hatte, sagte sie für mich überraschend, dass sie keine Mutter hätte. Erst im weiteren Gesprächsverlauf kam ich dahinter, was sie meinte. Sagen wollte sie nämlich, dass sie mit ihr gebrochen hatte. Das konnte ich gut nachvollziehen. Unsere Mutter war eine psychisch kranke Frau, aber leider war es ihr immer wieder gelungen, uns Kinder in ihre Gewalt zu bringen. Bei mir war es in Duisburg so geschehen, und bei Sylvia über den Umweg aus einem Bochumer Kinderheim nach Herzberg. Dort lebte die Mutter in dritter Ehe mit Horst F., den sie in Duisburg kennengelernt hattr, und der auch für mich kein Unbekannter war.

Wohl gut eine Stunde nach meiner Ankunft in Ummeln, fragte ich die diensttuende Betreuerin im Haus Sonnenblick, Frau N., ob ich denn nicht dort übernachten könnte. Ansonsten hätte ich mich bald wieder auf den Weg machen müssen. Nach einem kurzen Telefonat ihrerseits, konnte meiner Bitte entsprochen werden. Desweiteren brachte ich in Erfahrung, dass meine Schwester eine Tochter von ungefähr 28 Jahren hätte, die zwei Kinder hat, und auch schon mal in Ummeln zu Besuch gewesen ist. Ferner erfuhr ich auch den Namen des Betreuers meiner Schwester. Durch spätere Bemühungen gelang es mir die Anschrift und die Telefonnummern der zuvor genannten herauszubringen. Das alles hat mich ein ganzes Stück voran gebracht. Ansonsten war nicht viel aus Sylvia herauszubringen, lediglich an Bremen-Lesum konnte sie sich erinnern. Dort war sie mal in einem Mädchenheim, wie ich später herausbringen konnte.

Am späten Nachmittag ging meine Schwester mit mir zum Nachbarhaus, wo ihr Freund wohnte, den sie mir vorstellen wollte, aber er wollte keinen Besuch empfangen. Danach gingen wir etwas spazieren auf dem weiträumigen Gelände, und ich machte ein paar Fotos.

Aufnahmen vom 30.04.2011


Später suchten wir den Speiseraum zum Abendessen auf, und ich lernte weitere Bewohner von Haus Sonnenblick kennen. Nun hatte Frau K. ihren Dienst begonnen. Nach dem Abendessen ging ich abermals spazieren, wollte nun aber allein sein, und alles auf mich einwirken lassen. So machte ich noch einige Fotos auf dem riesigen Gelände der Stiftung Ummeln.






Den weiteren Abend verbrachte ich mit Sylvia und ihren MitbewohnerIinnen im Aufenthaltsraum von Haus Sonnenblick. Die Gespräche waren doch recht einseitig, und zumeist lief der Fernseher. Allerdings hatten mir zuvor viele der BewohnerInnen ein stück weit ihre Lebensgeschichte erzählt, oft sehr traurige Darstellungen. Mich erinnerte mein Aufenthalt dort, an Zeiten, die ich in Lehrlingsheimen verbrachte. Oft hatten die Menschen kein Geld, und man schnorrte sich das zusammen, was man zum Rauchen braucht. Wer dazu gutmütig ist, ist am Ende selbst der Dummen. Ähnlich erging es mir. Am nächsten Tag hatte ich nichts mehr zu rauchen.

Die Nacht verbrachte ich unruhig, schlief kaum, und erlebte Albträume und Agressionen. Dazu hörte ich eine Bewohnerin ständig wimmern und stöhnen. So war ich denn froh, als ich aufstehen konnte.

Rasch verging nun der sich anschließende Vormittag. Am Morgen ging ich vor das Haus, und genoss bei kühler Temperatur den wärmenden Sonnenschein, bis das Frühstück angerichtet war. Wohl gegen 11.00 Uhr lud der Freund von Sylvia zum Kaffee trinken auf der Terrasse des Nachbarhauses ein. Auf mich machte er, und die weiteren mit am Tisch sitzenden Bewohner einen sympathischen Eindruck. Der Kaffee schmeckte prächtig, und man half mir aus der Klemme, weil ich ja meinen ganzen Tabak abends zuvor losgeworden war. Schon bald darauf wurde zum Mittagessen gerufen, und etwa eine Stunde danach, machte ich mich auf den Weg um meine Heimreise anzutreten. Meine Schwester begleitete mich ein Stück, und mit einer innigen Umarmung verabschiedeten wir uns. Ich versprach sie anzurufen, wenn ich wieder in Hamburg bin.


Die Rückfahrt von Ummeln


Noch auf dem Gelände der Evangelischen Stiftung Ummeln sprach mich ein Herr in Begleitung einer Frau mit meinem Namen an. Aufgefallen war er mir beim Mittagessen, als er in die Runde fragte, ob ich ein neuer Klient sei, worauf er von jemand anderen erfuhr, dass ich der Bruder von Sylvia bin. Wir hatten sozusagen den gleichen Weg, und bestiegen dann den Bus nach Brackwede. Der Mann hatte über zwanzig Jahre in der Stiftung Ummeln gewohnt, und hatte nun eine Wohnung außerhalb der Stiftung bezogen, sehr zu seiner Freude. Damals als junger Mann, war er beruflich gut qualifiziert, hatte aber im Laufe des Lebens Depressionen bekommen, die ihn immer wieder zurückwarfen. Alles was er erzählte, fand ich sehr bedauernswert. Aber nun war in einer guten Verfassung, und schmiedete Pläne für sich und seine Begleiterin, die ein Paar waren. Nachträglich, als wir uns schon in Brackwede getrennt hatten, fiel mir ein, dass ich mir seine Telefonnummer hätte geben lassen sollen. Immerhin dürfte er einiges über meine Schwester wissen, die seit Ende 1987 in Ummeln ist. So kursierte z.B. ein Gerücht, dass Sylvia in Ummeln mal einen Autounfall hatte, worauf ihre Gehbehinderung zurückzuführen ist. All das lässt sich aber nicht mehr überprüfen von offizieller Seite her. Da wird dann leichtfertig und wohl auch aus Unwissenheit der Datenschutz ins Spiel gebracht, und die wahre Ursache lässt sich leider nicht mehr feststellen.


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Brackwede, Blick auf die Kirche
In Brackwede trennte ich mir herzlich von dem glücklichen Paar und bestieg die Straßenbahn, die mich zum Hauptbahnhof nach Bielefeld brachte. Es blieb noch etwas Zeit, bis ich dann den Zug nach Hannover bestieg. Dort hatte ich ca. eine Stunde Aufenthalt, weil der Zug aus Bielefeld verspätet in Hannover ankam, und der Anschlusszug nach Hamburg schon abgefahren war..


Eine Stunde Aufenthalt in Hannover
Die Zugfahrt von Hannover nach Hamburg ist mir sehr angenehm in Erinnerung geblieben. Ich setzte mich in Abteil, in welchem schon eine junge Frau wohl Mitte dreißig, mit ihren drei kleinen Kindern saß. Desweiteren  kam noch eine Studentin dazu, die sich in ein Buch vertiefte.
Die Kinder waren lustig bis albern und kokettierten ein wenig, machten Spiele und Scherze, und waren zu Späßen aufgelegt. Die Familie war schon länger unterwegs und kam aus Süddeutschland zurück. Ihr Reiseziel war, glaube ich Pinneberg. So meinte ich es herauszuhören. Ab und an sprach die Mutter ein energisches Wort, wenn es notwendig war. Natürlich musste ich an meine eigene Kindheit, und auch die von Sylvia denken. Welch ein gravierender Unterschied! 
Am frühen Abend, es war noch hell, erreichte ich Hamburg. Gegen 21.00 Uhr rief ich Sylvia an, und teilte ihr kurz mit, dass ich gut nach Hause gekommen war.

Mein zweiter Besuch in Ummeln


Am 17.09.2011 besuchte ich meine Schwester ein zweites mal. Diesmal war ich nicht mehr so angespannt und emotional aufgewühlt, als beim ersten Besuch,und in Bielefeld fand der jährlich stattfindende Marathonlauf statt, der über das Gelände der Evangelischen Stiftung Ummeln führte. Das Wetter meinte es gut, die Stiftung hatte Würstchenbuden aufgestellt, eine Band spielte dazu.


Verwaltungsgebäude Stiftung Ummeln, davor Ordnungskräfte
Auf der Fahrt von Hamburg nach Ummeln bekam ich in Brackwede einige Schwierigkeiten. Der Nahverkehr im Großraum Bielefeld wurde wegen des Marathons umgleitet, aber nachdem ich mich durchgefragt hatte, fand ich an der Brackweder Kirche ein Bushaltestelle und bald darauf kam auch der Bus.

Rückblickend hatte ich viel erreicht. So wusste ich jetzt wer von Amtswegen der damalige Betreuer meiner Schwester war, ein Herr N., ferner hatte ich zwischenzeitlich den neuen amtlichen Betreuer meiner Schwester kennengelernt, sowie die Tochter von Sylvia. MIt beiden hatte ich bereits telefoniert und sie wussten, dass ich meine Schwester aufsuchen wollte. Der neue Betreuer, Herr D., wollte zum Abend eigens auf das Stiftungsgelände kommen, um mich kennenzulernen.

Noch am Vormittag betrat ich das Stiftungsgeländen. Frau N., die ich von meinem ersten Besuch her kannte sah mich wohl schon von weitem und trat aus einer Menge heraus, und begrüßte mich. Sie machte mir klar, dass das Mittagessen heute ausfiel, und man an den Ständen etwas zu essen bekommt. Dann ging ich weiter zum Haus Sonnenblick, wo ich meine Schwester antraf. Nachdem wir uns begrüßt hatten, ging ich mit ihr auf ihr Zimmer, und legte alles auf den Tisch, was ich ihr so mitgebracht hatte. Später kam Frau N. hinzu, und brachte meine Schwester eine Bratwurst, die sie sich schmecken ließ. Alle Heimbewohner hatten etwas Geld bekommen, um an den Ständen zu essen, da es ja keinen Mittagstisch gab. Bald darauf ging ich mit meiner Schwester ebenfalls zu den Ständen, und wir aßen gemütlich an einem Tisch. Viele der Heimbewohner erkannten mich wieder und begrüßten mich sehr freundlich. Es ergab sich das eine oder andere Gespräch, teilweise anknüpfend an meinen ersten Besuch. Wohl gut eine Stunde verbrachten wir bei den Ständen und bei der Musik. Dann  ging ich mit meiner Schwester über das große Gelände, und ließ mir zeigen, wo sie ihren Arbeitsplatz hatte. Unser weitere Weg führte uns zu einem Tiergehege, wo ich dieses Foto machte.


Ein Gemsbock, oder wie das Tier auch heißen mag
Als ich mich anschließend umdrehte, sah ich meine Schwester neben einer jungen Frau, die ein Baby in einer Vorrichtung vor ihrem Körper trug. Im ersten Moment dache ich, das ist die Tochter von Sylvia, aber dann erinnerte ich mich, dass auf dem Gelände der Stiftung auch Mütter mit ihren Kleinkindern wohnten. Ich war irritiert und hin- und hergerissen. Schließlich war es doch die Tochter von Sylvia und meine Freude war riesig. Die Tochter hatte sich spontan entschlossen, mit ihrem gerade mal sieben Wochen alten Kind vorbeizukommen, auch um mich kennenzulernen. Wegen des schönen Wetters verbrachten wir ein paar Stunden vor dem Haus Sonnenblick, und hatten uns viel zu erzählen. Den Rahmen bildeten die Mitbewohner des Hauses.

Sylvia, ihre Tochter und ihr jüngste Enkelkind im Alter von sieben Wochen.
Der Tag hatte alle meine Erwartungen übertroffen, und ich erlebte nach sehr, sehr langer Zeit mal wieder so etwas, wie der Teil einer großen Familie zu sein.

Gegen Abend, wenn auch leicht verspätet, traf dann auch noch der amtlich bestellte Betreuer von Sylvia ein, und hatte ein kleines Geschenk für sie dabei, nachdem man ihn zuvor telefonisch erreicht hatte. Es war geplant, bzw. abgemacht, dass er mich zum Bahnhof nach Bielefeld bringt. Auch er war sehr überrascht die Tochter von Sylvia kennenzulernen. Der Betreuer und ich sprachen dann noch ein heikles Thema gegenüber dem Personal an. Eigentlich war meiner Schwester nämlich versprochen worden, dass sie ein eigenes Zimmer erhält. Die derzeitige Lösung war doch sehr schwierig, wie ich noch von meinem ersten Besuch her wusste. Auch schienen mir die Diensttuenden wesentlich zugeknöpfter, als bei meinem ersten Besuch, als wenn sie eine Order bekommen hätten. So viel z.B. als ich darum bat, in Sylvias Akte zu nach der Telefonnummer des Betreuers zu schauen, und ihn anzurufen, dass er doch wie versprochen kommen möge, das Wort Datenschutz.

Alles in allem war es ein gelungener schöner Tag, Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von Sylvia, die eigentlich gerne mit uns und dem Auto des Betreuers mit zum Bielefelder Bahnhof gefahren wäre, was aber leider nicht machbar war. Dann am Bielefelder Bahnhof noch mal ein Abschied von dem Betreuer, und Sylvias Tochter und ich hatten noch eine Viertelstunde Zeit, bevor wir uns trennten. Ihre Fahrt ging gen Süden, meine hingegen nach Norden.

Spät am Abend, kurz vor Mitternacht, war auch ich dann zu Hause.

Der dritte Besuch in Ummeln


Mein derzeit letzer Besuch in Ummeln fand am 05.05.12 statt, und stand unter keinem guten Stern. Mit der Schilderung dieser Kurzreise werde ich dieses Post abschließen, dennoch ist ein zweiter Teil geplant, wo ich versuchen werde den Lebensweg meiner Schwester, sowie die einzelnen Stationen so gut wie möglich festzuhalten, auch wenn es lückenhaft bleiben wird.

Am Nachmittag des 04.05.12 fuhr ich zum Hauptbahnhof, um mir eine Fahrkarte nach Ummeln und zurück zu kaufen. An einer Bushaltestelle nahe meiner Wohnung traf ich die "Frau in schwarz". Es war eine ehemalige Arbeitskollegin, besser gesagt Vorgesetzte, die sich gegenüber beim Baumarkt üppig mit Frühjahrsblumen eingedeckt hatte. Wir begrüßten uns, und es war mir etwas peinlich, nicht auf ihren Namen zu kommen. Ihr ginge es oft auch so, meinte sie, aber an meinen Namen könne sie sich erinnern. Wie der Zufall es wollte, traf ich ein paar Bushaltestellen weiter in Wandsbek-Gartenstadt den Chef der gleichen Firma in der Hamburger Sparkasse, und wir grüßten uns sozusagen im Vorbeigehen. Am Hauptbahnhof kaufte ich mir am Automaten ein Sparticket für meine Reise, machte noch einen Friseurbesuch im Steindamm und dann fuhr ich wieder heim.

Tags darauf schaffte ich es nicht rechtzeitig zum Hauptbahnhof und nahm erst den Zug um 9.00 Uhr. Meine Reisenachbarin bis Hannover war ein junge Frau unter zwanzig Jahre und hübsch, die in Hamburg eine Verwaltungslehre absolviert und währenddessen in verschiedenen Behörden rotierte. Sie wollte das Wochenende bei ihrem Freund und ihrer Familie verbringen. Wir unterhielten uns recht nett. Bei der Fahrkartenkontrolle kam das böse Erwachen. Ich hätte zeitgenau den Zug nehmen müssen, und so kam eine satte Nachzahlung auf mich zu, die ich gerade noch in bar bezahlen konnte. In Hannover suchte ich ein Sparkasse auf, um wieder etwas Geld in der Tasche zu haben, und dann ging es weiter nach Bielefeld, wo ich in Brackwede an der belebten Hauptstraße eine Kaffeepause einlegte. Trotz des schönen Monats Mai, war das Wetter miserabel. Wohl kurz nach der Mittagszeit traf ich in Ummeln ein, und begrüßte meine Schwester. Wir gingen auf ihr Zimmer, und ich leerte meinen Rucksack mit allem, was ich ihr mitgebracht hatte. Ihr Wunsch, das Zimmer welches sie bewohnte, für sich alleine haben zu wollen, war nun in Erfüllung gegangen, und es ließ sich eine vertrautere Atmosphäre herstellen. Gleichzeitig ergab sich nun die Möglichkeit für mich, in ihrem Zimmer zu übernachten. Dazu hatte ein anderer Bewohner des Hauses sein Feldbett zur Verfügung gestellt. Da ich nun mittlerweile im Hause sehr bekannt war, kam es zu vielen Gesprächen mit anderen Mitbewohnern, die mich überwiegend freundlich begrüßten, und sich freuten. Leider ist jedoch festzuhalten, dass es auf dem Gelände der Stiftung zwar eine Cafeteria gibt, diese aber am Samstag und Sonntag geschlossen ist, so dass sich wenig Gelegenheit gibt, etwas sinnvolles anzustellen. Die einzige Möglichkeit bei schlechtem Wetter ist der Gemeinschaftsaufenthaltsraum, und der ist verqualmt, und dort läuft von morgens bis abends der Fernseher. Zwar war meine Schwester über meinen Besuch sehr erfreut, aber viel zu sagen haben wir uns nicht, weil sie in ihrem Sprachgebrauch sehr eingeschränkt ist.

So ging der Tag langsam und schleppend herum, bis zum Abendessen "geläutet" wurde. Abends im Aufenthaltsraum musste ich darauf achten, dass ich meinen Tabak nicht allzu schnell los wurde. Zu gutmütig darf man dar nicht sein, denn dann verlieren die Bewohner auch den Respekt vor der jeweiligen Person. Bleibt noch festzuhalten, dass ich meinen Tabak mal kurze Zeit nicht beaufsichtigt hatte, und er dann verschwunden war. Die Angelegenheit ließ sich nicht mehr aufklären, obwohl der diensttuende Betreuer sich sehr für mich ins Zeug gelegt hatte.

Richtig schlafen konnte ich in der Nacht auf dem schmalen Feldbett nicht, und so bekam ich mit, dass meine Schwester im Schlaf jammerte und stöhnte, und auch sprach. Darauf hin weckte ich sie auf, sie ging kurz zur Toilette, und hatte sich danach wieder beruhigt. Froh war ich als der Morgen herein brach, und ich hielt mich auf der Terrasse auf, bis es Zeit war zu frühstücken. Nach dem Frühstück ergab sich die Gelegenheit  das Büro von Herrn W. aufzusuchen, und wir unterhielten uns wohl gut eine Stunde. Er ist Seiteneinsteiger, was seine jetzige Berufsausübung angeht, war lange in einer Firma im Verwaltungsbereich tätig, bis diese Konkurs anmelden musste. Nach dem Gespräch ging ich mit meiner Schwester etwas spazieren, und so versuchten wir die Zeit bis zum Mittagessen  herumzubringen. Das Wetter war noch schlechter wie tags zuvor. 

Am Nachmittags gingen wir abermals auf dem Stiftungsgelände spazieren, und meine Schwester zeigte mir einige Häuser, sowohl von innen, als auch von außen. Zuvor hatten wir einen großen Ballspielplatz in unmittelbarer Nähe des Wohnbereichs meiner Schwester aufgesucht, und dort auf einer Bank Platz genommen. Eigentlich war dies die einzige Möglichkeit mal ganz persönlich mit meiner Schwester ins Gespräch zu kommen. So fragte ich sie denn, ob ihre Erinnerungslücken auch einen anderen Grund haben könnten, etwa, dass sie manches aus ihrem Leben verdrängt hätte, weil es ihr unangenehm ist, daran erinnert zu werden, was sie verneinte. Ferner fragte ich sie, ob sie für immer in Ummeln bleiben wolle, oder ob sie sich vorstellen könne, auch noch einmal woanders zu wohnen, was sie bejahte. Sie brachte dazu den Ort Herzberg ins Gespräch, wo sie einen Teil ihrer Kindheit verbracht hatte. Gerne hätte ich dieses Gespräch mit ihr fortgesetzt, aber die Wetterbedingungen ließen es nicht zu. Es war einfach zu kalt und ein leichter Nieselregen hatte eingesetzt.

So setzten wir denn unseren Spaziergang über das Stiftungsgelände fort, und ich musste feststellen, dass es große Qualitätsunterschiede gibt, was die Wohnbereiche angeht, sei es die Modernisierung betreffend, aber auch. was das Ambiente der Häuser betraf. Wohl mehr als eine Stunde war ich mit meiner Schwester unterwegs, und teilweise setzte sie sich auf ihren Rolli und ich fuhr sie über das Gelände. Alles in allem ist meine Schwester mit der dortigen Umgebung und den Menschen dort, sehr verwachsen. 
 Im weiteren Verlauf des Tages hielten wir uns vor dem Haus Sonnenblick auf, und beobachteten das Geschehen im Zusammenhang mit den unmittelbaren Nachbarhäusern. In Erinnerung ist mir geblieben, dass ein Frau kurz vor dem Ausrasten war, dieses relativ lange dauerte, die sich dann aber wieder erholte, und danach weinte. Eine andere Bewohnerin des Hauses spielte daraufhin Mundharmonika, und sprach das eine und andere Gebet, um deeskalierend auf die Situation einzugehen.

Nachdem Abendessen musste ich mich alsbald auf den Wege machen, und meine Schwester begleitete mich wieder ein Stück. Leider hatte ich mir die Abfahrtszeit des Busses von Ummeln nach Brackwede falsch gemerkt, verharrte dann noch eine Weile, und war dann gezwungen zu fuß zu gehen um den Zug in Bielefeld rechtzeitig zu bekommen. Ansonsten hätte ich wieder einen Zuschlag bezahlen müssen. Ich war wohl einige Kilometer bei leicht nieselndem Wetter gelaufen, und die Zeit wurde immer knapper. Zum Glück kam ich an einer Tankstelle vorbei, von wo ich mir dann ein Taxi habe rufen lassen. Der Tankwart gab mir schweigend und nur durch seinen Blick zu verstehen, dass er für diese Leistung nicht entlohnt werden wollte. So erreichte ich denn rechtzeitig meinen Zug und war gegen Mitternacht wieder in meiner Wohnung.

Schlussbetrachtung


Kurz nach meinem letzten Besuch in Ummeln wurden die BetreuerInnen sozusagen über Nacht, sehr zur Verwunderung der Bewohner von Haus Sonnenblick, komplett ausgetauscht. Desweiteren war meine Schwester nicht zu erreichen, weil sie in ein Krankenhaus verbracht worden war. Dies teilte mir ein Bewohner von Haus Sonnenblick mit, als ich dort anrief, um mit meiner Schwester sprechen zu wollen. Ich war doch sehr überrascht, um nicht zu sagen verwundert. Bei späteren Anrufversuchen zum Haus Sonnenblick ertönte ständig die Stimme einer Frau auf einem Anrufbeantworter, die mir mitteilte, dass ich außerhalb der Sprechzeiten angerufen hätte, usw. Zwischenzeitlich sind diese Unannehmlichkeiten wieder behoben, dennoch bleibt ein schaler Nachgeschmack. 
Die Frage, warum man  von einem auf den anderen Tag, das gesamte Personal ausgetauscht hat, wird wohl nur der Vorstand oder die Geschäftsleitung der Einrichtung beantworten können. Der Umstand als solcher dürfte ja für alle Beteiligten mehr als unangenehm gewesen sein. Auf alle Fälle wurde mir jetzt versichert, dass bei außergewöhnlichen Vorfällen, die von amtswegen bestellte Betreuerin informiert wird.


Nun ist es nicht ganz zwei Jahre her, dass ich einen Kontakt zu meiner Schwester habe herstellen können, und ich konnte jede Menge Erfahrungen machen. Sei es nun sie selbst betreffend, aber auch ihr unmittelbares Umfeld. Oft habe ich mich gefragt, muss dies in aller Öffentlichkeit geschehen, wie auf meinem Blog, oder wäre es nicht  besser gewesen, dies im Verborgenen zu tun. Letztlich habe ich mich entschieden, dies öffentlich zu tun und zu machen. Auf dem Gebiet, die Lebenssituation von Behinderten zu verbessern, gibt es noch viel zu tun, und auch den Verantwortlichen der Evangelischen Stiftung Ummeln dürfte dies bekannt sein. Was mir in Ummeln auffiel, ist ein mangelndes Angebot an Freizeitgestaltung, an Teilnahme am öffentlichen Leben, so dass die Behinderten mehr oder weniger nur unter sich leben. Die einzige Alternative zu dem tristen Alltag auf dem Gelände, scheinen die Behindertenwerkstätten zu sein, die mehr als therapeutisches Angebot anzusehen sind, als dass sie ein lukrativer Nebenverdienst für die Behinderten wären. 

Im großen und ganzen ist dieses Post abgeschlossen, vielleicht bedarf es an der einen oder anderen Stelle noch einer gewissen Verfeinerung meiner Sichtweise auf die Dinge. Das zweite Post (Teil 2) zu meiner Schwester, wo ich die einzelnen Stationen zu ihrem Leben so gut als möglich aufarbeiten will, werde ich nicht gleich veröffentlichen, sondern erst nach Fertigstellung. Vielleicht wird es dadurch  auch möglich, dass sie Mittel aus dem Fonds Heimerziehung bewilligt bekommt. Wer sonst sollte sich darum kümmern?

Ich danke allen, die dieses Post mit Interesse gelesen haben. Mein besonderer Dank geht an Frau Marion Z., mit der ich viele Telefongespräche geführt habe, und die mich fortwährend in meinem Bemühen unterstützte, mit meiner Schwester in Kontakt zu treten. Dafür scheute sie keine Kosten und Mühe.

10.01.2013, M. Zielke

Kommentare:

doris crawford hat gesagt…

hallo,mochte ihnen miteilen,das ich auch im,, sonnenblick,, gewohnt habe,ich glaube es war,1967 bis 1969,,aber es waren alte hauser,ich habe in der wascherei gearbeitet,und wir haben,kleine handtucher gefaltet,fur kleine geschenk packungen,aber ich habe die wald wege wieder erkannt,,,,,habe deutschland werlassen,1974,lebe heute in kalifornia,,,usa,doris

Manfred Zielke hat gesagt…

Hallo Doris,

vielen Dank für Ihren Kommentar und dass Sie meinen Blog im Internet gefunden haben.

Schöne Grüße nach Kalifornia
Manfred Zielke